Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Immer, wenn ich Kaugummi-Automaten sehe…

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Immer, wenn ich Kaugummi-Automaten sehe, muss ich an Heidi denken. Heidi saß nur zwei Bänke vor mir in der 4b. Sie hatte langes, blondes Haar, war zierlich und mit einer kleinen, süßen Stupsnase gesegnet. Eine Kinderliebe wäre nun wohl zu viel gesagt, aber ich mochte sie schon, schon ziemlich. Meine erste Erfahrung, ich meine mit Gefühlen und Gedanken für das andere Geschlecht.

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Spaß

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Nachdem ich die halbe Nacht in der Druckerei zugebracht habe. Nervös auf und ablief. Stimmt auch alles? Gott, habe mein halbes Leben in Druckereien zugebracht. Aber wenn die Druckplatten angebracht, das Papier eingelegt, die Farben aufgefüllt und der gute Mann auf den Knopf drückt, rumort es gewaltig in mir. Und das immer auf´s Neue. „Mehr Magenta. Cyan raus?“ „Ja. Nein. Ja. Ja.“ „Gesichter sind mir noch zu rötlich.“ „Liegt an der Vorlage.“ Lass ich nicht gelten. Passt.

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Duisburg-Hochfeld und die Rheinwiesen

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Ich wohne in Duisburg-Hochfeld und dort direkt auf einer der belebtesten Straßen Duisburgs, wennschon, dennschon. Klar, Hochfeld hat nun nicht gerade den besten Ruf. Erscheint gerne und häufig in der nationalen Presse und verursacht bei vielen Gut-Menschen reichlich Kopfschütteln. Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich lebe hier schon etliche Jahre, verbrachte hier zum Teil meine Kindheitstage und ja, es ist streckenweise gewöhnungsbedürftig. Es sollen Menschen aus 91 Nationen mit unterschiedlichen Kulturen hier wohnen, was nicht immer zu Heiterkeit oder, wie sagt so manch ein bescheuerter Sozialverklärer, „buntem Treiben“ führt.

Aber wenn ich draußen vor einem der zahlreichen Straßencafés sitze und die großen, kleinen, dicken, dünnen, weißen, schwarzen Menschen mir so ansehe, komme ich des Öfteren aus dem Staunen nicht heraus. Dann scheint es, als läge neben dem ganzen Testosteron so etwas wie Zuneigung, Herzlichkeit, Verbundenheit in der Luft.

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Hochfelder Arkaden Duisburg3


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Meetings

Eine blöde Woche. Ich meine damit eine wirklich richtig blöde Woche. Bis jetzt. Nur Besprechungen oder Meetings. Das Leben besteht entsetzlicher Weise fast nur aus Wiederholungen. Schlimmer noch als ZDF_neo, das uns mit Begeisterung hornalte Krimis vorsetzt und dann hornalte Programmdirektoren sich selbst beweihräuchern, weil sie glauben, sie sprächen damit ein junges Publikum an. Als ob sich die Millennium Kinder für ein Wiederholung von „Wilsberg“ aus dem Jahre 1999 interessieren würden. Weiterlesen


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Internet Dating Plattform und warum man dringend ein Hobby braucht

Putze

Ich wollte einmal etwas über mein Hobby schreiben. Ich meine, warum hat man so ein Blog, wenn man mal nicht etwas Persönliches von sich preisgeben kann. Und ich bin in der angenehmen Situation; mein Blog liest kein Schwein. Also kann ich mich hier getrost auslassen. So ein Hobby sagt ja schließlich viel über einen aus. Mit was für Themen beschäftigt man sich so, in was für kulturellen, sozialen Kreisen bewegt man sich und und und… Und, es ist sehr häufig ein beiläufiges Einstiegsthema für Parkbankgespräche, neben den Klassikern wie Beruf und Wetter. Wobei natürlich Wetter mit weitem Abstand an erster Stelle steht. So weit vorne wie der F.C. Bayern in der Bundesliga.

Wetter führt die Liste so weit an, dass, wenn man da so auf der Bank sitzt und sich jemand dazu gesellt und aus weiter Ferne ein paar Worte hört, man vollkommen automatisiert darauf mit: „Ja“, reagiert. In dem Glauben die Neu-Person sagte gerade die üblichen Worte: „Schönes Wetter heute“, „Gestern wars Besser“ oder „Ist Besser als voraus gesagt“. Ein einfaches „Ja“ als Antwort passt da immer, da macht man nix falsch. So wie neulich, eine älteren Dame, die etwas sagte und ich mit meinem „Ja“ darauf reagierte, im Glauben alles richtig zu machen und dabei nach oben blickte. Sie darauf freundlich aber bestimmt meinte: „Nein, da unten!“ Ich: „ Ääähhh“. „Kein Mensch achtet auf die Hummels.“ Ich blickte wieder nach oben. Sie: „Unten“. Und da sah ich dieses gelb, schwarze Riesen-Vieh vor meinen Füssen und ich wollte schon reflexartig drauf treten, konnte es mir gerade noch verkneifen und brachte die, immer fast richtigen, aber vollkommen überflüssigen, Worte: „Ja, Ja“, hervor. Darauf folgte ein 30 minütiger Vortrag über die unglaublichen Vorzüge einer Hummel gegenüber so einer gewöhnlichen Allzweck-Biene. Ich wurde schlauer. Schlauer in dem Punkt: Die Hobbys der Anderen interessieren mich nicht. Und, den Anderen ergeht es andersrum auch nicht anders. Weiterlesen


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Lustlosigkeit

Blauer-Kiosk-in-Duisburg

Gott! Bin ich von einer Lustlosigkeit geplagt. Schon den ganzen Monat quäle ich mich. Ostern, ein paar Termine, an die ich mich nicht mehr so recht erinnern kann, mehr war eigentlich nicht. Aber das hat mir schon gereicht. Mehr als gereicht. Und dann, seit ein paar Tagen dieses leidige Thema mit dem Waschbecken im Bad. Verstopft. Wasser fließt nicht ab. Abflussfrei? Nix. Pumpe? Nix. Also doch auseinanderbauen. Mist! Rohrzange raus. Den ganzen Kladderadatsch unter dem Becken abschrauben. Die Rohre prüfen, da hilft auch keine Spirale. Alles neu macht der April. Ab in den Baumarkt, und das mit der ultimativ miesesten Laune. Die blonde Maid an der Kasse sah wohl schon von weitem, dass ich nicht der typische Heimwerker bin, der in den TV Spots als der große Macher gepriesen wird, bin. Sie sah mich auf jeden Fall durch und durch mitleidig an. Beim rausgehen wünschte sie mir noch: Viel Glück. Das hatte ich natürlich nicht. Eine der mitgelieferten Dichtungen passte nicht auf mein Anschlussrohr. War ja klar! Zurück in den Baumarkt. Wieder bei der netten Blonden: „Oh, haben Sie etwas vergessen?“ „Ja, Ja“: sagte ich, meinte aber eigentlich: Nee! Eure Scheiß-Asia-Ware passt nicht. Die blöde Gummidichtung war nun fast so teuer wie das ganze China-Unter-der-Spüle-Röhren-Set. Mit viel Gebrüll, Gejammer und Flüche werkelte ich die Sache unter das Handwaschbecken und hämmerte das Rohr knüppelhart in die Wand. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Und ich habe meine ganze Energie für den restlichen Monat verbraucht. Die Kraft reichte gerade noch um mich zu meinem Lieblingsbüdchen zu schleppen. Das „Blaue Büdchen“. Mit KöPi, Friko in meinen schmierigen Händen, erzählte ich jedem, der es nicht hören will, was für ein genialer Heimwerker ich bin. Freunde macht man sich anders. Und heute? Heute gab meine Computer-Maus den Geist auf. Ich verlasse das Haus erst wieder im Mai.


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Verdammt lang her – Wildpferde im Emscherbruch – der letzte Emschersticker Bernhard Großfeld – Bleckkirche in Gelsenkirchen-Bismarck

Man benötigt heute schon eine riesige Portion Fantasie oder Vorstellungskraft, wenn man heute durch die Stadtgebiete von Herne, Marl, Recklinghausen oder Gelsenkirchen schlendert, dass dort, wo jetzt Beton, Asphalt und Gestein herrschen, sich einst Wald, Wiese und Wildpferde befanden bzw. lebten.

Bis in den 1840er Jahren lebten im Emscherbruch noch Wildpferde, Emscherbrücher oder auch Dickköppe genannt. Sie hatten einen breiten Schädel, kurze Ohren, Hornwarzen an allen vier Beinen und einen von der Rückenwurzel herabhängenden behaarten Schweif. Die Dickköppe erreichten ein Stockmaß bis 135 cm bei einem maximalen Körpergewicht von 300 kg. Die robusten Tiere dienten als Arbeits- oder Reitpferd. Ihr Vorkommen wurde 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Aber schon die Römer berichteten von Wildpferden im Emscherbruch. Seit dem Mittelalter hatten nur Adelsfamilien das Recht die Tiere einzufangen und einmal im Jahr in Crange am Laurentiustagauf dem Markt zu verkaufen. Aus dem historischen Pferdemarkt ist die Cranger Kirmes hervorgegangen. Für den Fang der Emscherbrücher wurden die sogenannten Emschersticker „beauftragt“. Weiterlesen