Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Moers – bunt, fröhlich, entspannend – macht einfach gute Laune

Moer- Titel

Dieses kleine, niederrheinische Städtchen ist wahrlich nett. 1970 sind meine Eltern mit uns, also meiner Schwester und mir, dorthin gezogen. Wir wohnten bis dahin rechtsrheinisch in Duisburg-Bruckhausen, genau gegenüber Tor 1 des Stahlwerks Thyssen. Ein Jahr lebten und wirkten wir in Moers, dann ging es ab nach Duisburg-Homberg. Aber erst 15 Jahre später konnte ich mich mit Moers anfreunden, lernte viele Leute kennen und war über das kulturelle Angebot, das die Stadt für Jugendliche Mitte der 80er anbot, schier aus´m Häuschen. Ein Musikfestival jagte damals das Nächste, ob Jazz, Rock, Pop, Folk – alles dabei. Heute fahre ich immer noch gerne in das bunte Städtchen.

Mein erster Gang führt mich meist in den Schlosspark und zum Schloss. Im Schloss-Theater sah ich meine erste Aufführung: Hamlet. Ende der 1980er. Ich belauschte kurz vorher ein paar älteren Damen, die sich über diesen neumodischen „Kram“ beklagten und kaufte sofort Karten. Sie hatten tatsächlich recht. Das ganze Stück über liefen die Darstellerinnen „Oben-Ohne“ herum. Brüste satt – so weit das Auge reicht. Seitdem habe ich einen gewiesen Faible für Neu-Inszenierungen und Neu-Interpretationen entwickelt. Weiterlesen


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Verdammt lang her – Wildpferde im Emscherbruch – der letzte Emschersticker Bernhard Großfeld – Bleckkirche in Gelsenkirchen-Bismarck

Man benötigt heute schon eine riesige Portion Fantasie oder Vorstellungskraft, wenn man heute durch die Stadtgebiete von Herne, Marl, Recklinghausen oder Gelsenkirchen schlendert, dass dort, wo jetzt Beton, Asphalt und Gestein herrschen, sich einst Wald, Wiese und Wildpferde befanden bzw. lebten.

Bis in den 1840er Jahren lebten im Emscherbruch noch Wildpferde, Emscherbrücher oder auch Dickköppe genannt. Sie hatten einen breiten Schädel, kurze Ohren, Hornwarzen an allen vier Beinen und einen von der Rückenwurzel herabhängenden behaarten Schweif. Die Dickköppe erreichten ein Stockmaß bis 135 cm bei einem maximalen Körpergewicht von 300 kg. Die robusten Tiere dienten als Arbeits- oder Reitpferd. Ihr Vorkommen wurde 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Aber schon die Römer berichteten von Wildpferden im Emscherbruch. Seit dem Mittelalter hatten nur Adelsfamilien das Recht die Tiere einzufangen und einmal im Jahr in Crange am Laurentiustagauf dem Markt zu verkaufen. Aus dem historischen Pferdemarkt ist die Cranger Kirmes hervorgegangen. Für den Fang der Emscherbrücher wurden die sogenannten Emschersticker „beauftragt“. Weiterlesen


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Haus Hartenfels – eine große Liebe – unter Hochdruck – und wie romantisch können Teelichter sein?

Haus hartenfels1

Ich weiß nicht, ob ich ein romantischer Mensch bin. Eigentlich weiß ich nicht mal so genau, was das heißt: Romantisch. Ich weiß nur, was ich daran merkwürdig finde. Merkwürdig finde ich die Art von Romantik, die mir in den Serien wie Bauer sucht Frau, Dicker sucht Doofe oder Mutter sucht Schwiegersohn, zur Schau gestellt wird. Immer. Immer wieder kommt der Moment, wo der „Herr der Zärtlichkeit“ seiner holden Maid mit einem romantischen Abend beglückt. Und immer, immer wieder liegen Unmengen an Teelichter in Herzchen-Form auf einem Billig-Laminat in einem recht trostlosen Wohnzimmer auf´m Boden. Und damit das Herz seiner Angebeteten richtig frohlockt, streut er noch Milliarden von abgezupften Rosenblättern um das klägliche Gebilde. Und da es nun mal so schön heißt: „Ich bette dich auf Rosen“. Legt er noch obendrauf eine Bahn von roten Blütenblättern ins heimeliche Schlafzimmer, wo Kräcker, Käse, Träubchen und Rotwein auf die hoffentlich baldige Angetraute wartet. Liebe geht halt durch den Magen. Und das Einzige, dass mir dabei in den Sinn kommt, ist: Wer macht den ganzen Mist weg? Ich wäre vom Essen und dem erhofft folgendem Liebesakt vollkommen erschöpft; und dann soll ich Kerzen ausblasen? Kehrblech und Feger aus der Küche holen? Da platzt bei mir die Blase der Romantik. Schluss mit Lustig. Bin ich unromantisch? Ich stehe nicht so auf Reime, Verse oder komplizierte Sprachrhythmik, mag es doch eher prosaisch. Aber dennoch gibt es Geschichten die mein Herz berühren, so dass es ein leises Seufzen von sich geben muss. Wie die Geschichte um Haus Hartenfels. Weiterlesen


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Die Stadt Essen – das Flüsschen Berne – ´ne olle Sage – und der Ursprung des Bergbaus

Wenn man an das Ruhrgebiet denkt, fallen einem nicht dabei sofort Flüsse ein. Klar, denkt man an den Namensgeber: Die Ruhr. Ein bisschen Rhein und nur ein paar wenigen von uns kommen noch die Emscher oder die Lippe in den Sinn. Dabei ist der Pott eigentlich durchzogen von zahlreichen Bächen, wie z. B. die Berne in Essen. Ihre Quelle liegt etwa zwei Kilometer südlich der Essener Innenstadt im Bernewäldchen zwischen der Schubert- und der Richard-Wagner-Straße. Die Berne ist ab ihrer Quelle und im Verlauf der ersten Kilometer im Stadtzentrum aber kanalisiert und so sieht man von ihr nüschts. Nur noch Straßennamen wie Bernestraße, Am Bernewäldchen, Bachstraße oder Teichstraße erinnern an den einst Trinkwasser spendenden und fischreichen Bach. Nahe der Universität tritt sie an der Grillostraße allerdings wieder zutage.

Früher, also richtig früher, nannte sich Essen sogar mal: „Stadt an der Berne“. Nachzulesen ist dies in „Ritter‘s Geographisch – statistischem Lexikon über Erdteile, Länder, Städte“ von 1874. Denn, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Essen noch ein kleines, verschlafenes, aber schnell wachsendes Nest von gerade einmal 50.000 Einwohnern war, flossen Ruhr und Emscher noch weit außerhalb der damaligen Stadtgrenzen.

Und wie sich´s nun mal so gehört, in der grauer Vorzeit, rankt sich auch um das kleine Flüsschen Berne eine alte Sage: Weiterlesen


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Die Brache Vondern in Oberhausen – ein oft vergessenes Stück Land

Als Brache Vondern in Oberhausen wird heute das Gelände der ehemaligen Zeche Vondern bezeichnet. Das Stück Land am Rhein-Herne-Kanal wird, für meinen ganz eigenen, persönlichen Geschmack, viel zu häufig übersehen und vergessen, dabei hat es viel zu bieten. Neben Kunst und Kultur schätze ich besonders die Artenvielfalt von Flora und Fauna. Hat man mal den Weg zu Tobias Rehberger entworfenen Brückenskulptur „Slinky springs to fame“ gefunden, sollte man die paar Meter entlang dem Kanal zu der Brachfläche nicht mehr scheuen.

Die Schachtanlage war zunächst als Wetterschachtanlage für die Zeche Oberhausen konzipiert. Der erste Schacht wurde 1898 unter dem Namen „Oberhausen 3“ in der Nähe der Burg Vondern abgeteuft. Die hohen Kohlevorkommnisse machten das Weiterführen der Anlage als selbstständige Förderschachtanlage wirtschaftlich sinnvoll. Daher wurde der Schacht im Jahre 1902 als Zeche Vondern in Betrieb genommen. Aber bereits 30 Jahre später wurde die Zeche aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben.

Im Laufe der Jahre hat sich auf dem brachliegendem Gelände eine artenreiche Fauna entwickelt, meist Trockenrasen und wechselfeuchte Pflanzengesellschaften. Alte Kulturpflanzen wie die Rapunzel-Glockenblume, das früher zum Waschen verwendete Seifenkraut, die Wilde Möhre oder die Gelbe Nachtkerze, die im Volksmund auch „Schinkenwurz“ genannt wird, denn ihre Wurzel verfärbt sich beim Kochen rötlich, haben sich angesiedelt. Weiterlesen


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Die wahre Geschichte um den Teufelsstein in Schermbeck

Zwischen Drevenack und Marienthal mitten auf einer Wiese liegt ein mächtiger Steinblock, von dem niemand weiß, wie er dahin gekommen ist. Heute gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Granitblock ein Findling aus der letzten Eiszeit ist. Aber vor vielen Jahrzehnten, als die Bauern noch nichts von einer Eiszeit wussten, erzählte man sich in Schermbeck eine ganz andere Geschichte. Der Teufel selber kann es nur gewesen sein. Und so erzählten sie heimlich, hinter vor gehaltener Hand, die wahre Geschichte: „In jener Zeit, als auch diesem Lande das Evangelium von Christ gepredigt wurde, als in Marienthal fromme Männer das Kloster bauten und in Drevenack die Kirche immer höher stieg, dass der Turm schon weither vom Walde zu sehen war, da habe der Teufel seinen bösen Streich ausführen wollen. Den Nixen in der Issel war es fast gelungen, den Bau des Klosters zu verhindern. Sie trieben das Wasser des kleinen Flüsschens hoch über die neuen Fundamente; die Mönche aber ließen sich keine Mühe mehr verdrießen: Sie bauten neu, einige Meter höher, den Hügel aufwärts, da wo nun heute noch das Kirchlein steht und wo noch der Kreuzgang und die alten Zellen immer noch an jene längst vergangene Zeit erinnern. Das aber war dem Teufel denn nun doch zu viel. Hoch oben auf den Testerbergen jenseits der Lippe habe ihn die Satanswut erfasst, so dass er jenen Fels, den Teufelsstein, gegriffen habe, um ihn weit – (mit donnerstarkem Brausen sei er durch die Luft geflogen) – ja, nun weiß man nicht, um ihn gegen das Kloster oder die neue Drevenacker Kirche, die er beide von seinem hohen Sitze habe sehen können, zu schleudern. Und man weiß nicht, war seine Kraft zu schwach, so dass der Stein zwischen Marienthal und Drevenack am Weselerwald zu Boden fiel und somit das Kloster nicht erreichte – oder zu ungestüm, so, dass er über Drevenacks Kirche weit in die großen Wälder flog, dahin, wo heute Wiese ist und wo er immer noch, wenn auch schon fast in die Tiefe eingesunken, liegt.“ Weiterlesen