Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Stromkasten-Graffiti (I) -Lehmbruck Museum – Hafen

Düsseldorfer Str Kantpark Beuys

Mir sind schon mindestens tausendmal die bunten und fröhlichen Netzwerkkästen der Duisburger Stadtwerke aufgefallen. Insbesondere der am Lehmbruck-Museum im Kantpark, mit dem Konterfei von Joseph Beuys. Der Duisburger Graffiti Künstler Marten Dalimot hat diese kleinen Kunstwerke erschaffen. Manche erzählen etwas über die Besonderheiten oder Eigenarten der Ecken oder Plätze. 

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Wiesbaden – Lorelei – Bad Ems

Wiesbaden Kur Haus

Nach Mainz und Wiesbaden, wo mir schlagartig bewusst wurde: Ich muss dringend eine Kur beantragen. Mein Ort um mich zu erholen. Kurhaus mit Casino. Ob es das auf Rezept gibt?

Dem ewigen Verlaufen und Durchfragen.

Wegbeschreibung

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Moers – bunt, fröhlich, entspannend – macht einfach gute Laune

Moer- Titel

Dieses kleine, niederrheinische Städtchen ist wahrlich nett. 1970 sind meine Eltern mit uns, also meiner Schwester und mir, dorthin gezogen. Wir wohnten bis dahin rechtsrheinisch in Duisburg-Bruckhausen, genau gegenüber Tor 1 des Stahlwerks Thyssen. Ein Jahr lebten und wirkten wir in Moers, dann ging es ab nach Duisburg-Homberg. Aber erst 15 Jahre später konnte ich mich mit Moers anfreunden, lernte viele Leute kennen und war über das kulturelle Angebot, das die Stadt für Jugendliche Mitte der 80er anbot, schier aus´m Häuschen. Ein Musikfestival jagte damals das Nächste, ob Jazz, Rock, Pop, Folk – alles dabei. Heute fahre ich immer noch gerne in das bunte Städtchen.

Mein erster Gang führt mich meist in den Schlosspark und zum Schloss. Im Schloss-Theater sah ich meine erste Aufführung: Hamlet. Ende der 1980er. Ich belauschte kurz vorher ein paar älteren Damen, die sich über diesen neumodischen „Kram“ beklagten und kaufte sofort Karten. Sie hatten tatsächlich recht. Das ganze Stück über liefen die Darstellerinnen „Oben-Ohne“ herum. Brüste satt – so weit das Auge reicht. Seitdem habe ich einen gewiesen Faible für Neu-Inszenierungen und Neu-Interpretationen entwickelt. Weiterlesen


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Mülheim – Fotoausstellung Hermann Hirsch – und vermaledeit viel Hunger

Ich mag Mülheim. Ich bin gerne in der Stadt an der Ruhr. Besonders schätze ich den kleinen „Hafen“ am Wasserbahnhof, wo die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte landen. Man sitzt dort, beobachtet das Wasser, das Treiben und Flanieren der Besucher und fängt dann unweigerlich an zu Träumen. So auch Gestern. Ich saß auf einer der zahlreichen Parkbänke und hörte von weitem drei Musikern zu, die gerade in diesem Moment ein kleines Konzert gaben: Walzer. Ich schloss die Augen und sah auf einmal elegant gekleidete Damen: im Glockenrock, Bluse mit bombastischen Ärmeln und natürlich nicht zu vergessen, die Kopfbedeckung: Die sensationellen Wagenradhütte. Wie sie, untergehakt bei ihrem Mann von Welt, in Frack, Gehrock und natürlich einem Gehstock, an mir vorbei flanieren. Ich sah mich mit Zylinder und feinem Anzug, die Damenwelt mit meinen kleinen Anekdoten und heiteren Geschichten in schierer Verzückung bringend auf der Hafenpromenade stehend und die Ladys säuselten mit hoher, zurückhaltender Stimme: „Ach, Herr Baron von Münchhausen. Sie sind uns aber einer.“

 

Aber leider muss man irgendwann die Augen wieder öffnen. Was dann bleibt sind Musiker und Walzer. Aber diesmal bin ich nicht nach Mülheim gereist um von Kaisers Zeiten zu träumen, sondern ich wollte eine Ausstellung des Dortmunder Naturfotografen Hermann Hirsch besuchen. Mit seinen 23 Jahren zählt Hirsch bereits zu Deutschlands besten und erfolgreichsten Naturfotografen. Im Haus Ruhrnatur an der „Alte Schleuse 3“ kann man noch bis Mitte 2017 seine Fotografien,Tiere im Ruhrgebiet, betrachten. Ich kann nur sagen: Nicht schlecht mein Specht. Es sind jetzt nicht gerade übermäßig viel Arbeiten zu bestaunen, aber ich habe gestaunt.

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Der Seseke-Radweg – Kunst, Kultur, Kaffee zwischen Lünen, Kamen und Bönen – eine Reise wert

Seseke Peter Rejek

Vor ein paar Jahren bat man mich, mich einmal dem Seseke-Radweg zu widmen. Was ich natürlich aufgrund meiner notorischen, monetären Klammheit gerne machte. Was ich in meinem „jugendlichen“ Leichtsinn nicht bedachte und eigentlich der Name schon beinhaltet: Radweg; hier war Fahrrad fahren angesagt. Ich habe generell nichts gegen Rad fahren. Da ich zentrumsnah wohne, radle ich fast täglich in die Duisburger Innenstadt, nur um schon an Rosie´s Büdchen meinen Nachmittagskaffee zu trinken, aber so touristische Wege sind nicht ganz so mein Fall. Also klemmte ich mein Fahrrad an das Auto und packte die Hunde ein und fuhr Richtung Lünen, hier mündet das Flüsschen Seseke in die Lippe. Die Seseke ist somit auch der Namensgeber für den Radweg, Die Seseke ist der größte Nebenfluss der Lippe und entspringt nördlich vor Werl-Holtum. Nach 32 Kilometer Fließweg landet sie dann in Lünen. Das Flüsschen zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es recht beschaulich durch eine durchaus reizvolle Landschaft plätschert, sondern auch durch reichlich Kunst rechts und links des Weges. Man gab sich sehr viel Mühe den Fluss attraktiv zu gestalten. Was meiner Meinung nach äußerst gut gelungen ist. Hier nur ein paar wenige Ansichten.

Lünen

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Haus Hartenfels – eine große Liebe – unter Hochdruck – und wie romantisch können Teelichter sein?

Haus hartenfels1

Ich weiß nicht, ob ich ein romantischer Mensch bin. Eigentlich weiß ich nicht mal so genau, was das heißt: Romantisch. Ich weiß nur, was ich daran merkwürdig finde. Merkwürdig finde ich die Art von Romantik, die mir in den Serien wie Bauer sucht Frau, Dicker sucht Doofe oder Mutter sucht Schwiegersohn, zur Schau gestellt wird. Immer. Immer wieder kommt der Moment, wo der „Herr der Zärtlichkeit“ seiner holden Maid mit einem romantischen Abend beglückt. Und immer, immer wieder liegen Unmengen an Teelichter in Herzchen-Form auf einem Billig-Laminat in einem recht trostlosen Wohnzimmer auf´m Boden. Und damit das Herz seiner Angebeteten richtig frohlockt, streut er noch Milliarden von abgezupften Rosenblättern um das klägliche Gebilde. Und da es nun mal so schön heißt: „Ich bette dich auf Rosen“. Legt er noch obendrauf eine Bahn von roten Blütenblättern ins heimeliche Schlafzimmer, wo Kräcker, Käse, Träubchen und Rotwein auf die hoffentlich baldige Angetraute wartet. Liebe geht halt durch den Magen. Und das Einzige, dass mir dabei in den Sinn kommt, ist: Wer macht den ganzen Mist weg? Ich wäre vom Essen und dem erhofft folgendem Liebesakt vollkommen erschöpft; und dann soll ich Kerzen ausblasen? Kehrblech und Feger aus der Küche holen? Da platzt bei mir die Blase der Romantik. Schluss mit Lustig. Bin ich unromantisch? Ich stehe nicht so auf Reime, Verse oder komplizierte Sprachrhythmik, mag es doch eher prosaisch. Aber dennoch gibt es Geschichten die mein Herz berühren, so dass es ein leises Seufzen von sich geben muss. Wie die Geschichte um Haus Hartenfels. Weiterlesen


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Haltern – Stausee – Bikertreff – in die Jahre gekommen – und Reisen

Haltern Bild Ruppert

Haltern hat seit über 100 Jahren eine herausragende Bedeutung für die Wasserversorgung des mittleren Ruhrgebiets. Seit 1908 gewinnt man hier u. a. unser Trinkwasser. Anfänglich wurde dazu eine Reihe von 38 Brunnen zwischen den Flüsschen Stever und Lippe niedergebracht. Die Halterner Talsperre aus den Unterläufen der Stever und des Halterner Mühlenbaches wurde dazu 1927-30 als Speicherbecken geschaffen, indem die Stever mit einem Walzenwehr aufgestaut wurde. Die flachen Talauen der beiden gestauten Gewässer hätten freilich zu wenig Speichervolumen geboten. Deshalb wurde der entstehende See mittels Saugbagger in mehreren Ausbaustufen kräftig vertieft und vergrößert. Ergänzt wurde das Speichervolumen in den 1980er Jahren noch durch den Bau der Talsperre Hullern wenig oberhalb im Stevertal. Der See mit Buchten und Inseln dient neben dem Speichern von Wasser für trockenere Zeiten wesentlich auch der Freizeitnutzung. Wassersport ist allerdings nur im Nordbecken erlaubt. Neben dem Seebad Haltern befindet sich ein 800 Meter langer Sandstrand. Der See hat als eine der wenigen größeren Wasserflächen in der Nachbarschaft des Ballungsraumes eine derartige Bedeutung für Freizeit und Naherholung, dass die Stadt Haltern sich seit mehreren Jahren offiziell „Haltern am See“ nennt.

 

Aber neben so trivialen Dingen wie Planschen, Bötchen fahren oder der Liege-Nachbarin beim Sonnenbaden auf den Busen zu schauen, bietet die Gegend vor allem Motorradfahren die Möglichkeit sehen und gesehen zu werden. Es gibt rund um den See eine Reihe von Motorradtreffs. Anlaufstellen für Biker, die gerne von anderen bewundert werden, labbrige Fritten mit Currywurst dinieren und miesen Kaffee aus Plastikbechern schlürfen. Spott beiseite. Ich gehöre selber zu dieser „Zweirad-Fahrenden-Fastfood-Guilde“. Und das seit Jahrzehnten und das mit voller Begeisterung. Und wie es halt so ist, wenn Menschen eine Leidenschaft teilen, trifft man sich halt an einem Ort. Andere bevorzugen Skat-Abende, Tupperware-Parties. oder Dessous Modenschauen und ich stehe halt auf Bikerinnen in knallengen, schwarzen Lederhosen. Jeder hat nun mal sein Fetisch. Aber in erster Linie geht es mir ums Fahren. Nicht so sehr um die Schräglage in Kurven, vielmehr um den Wechsel von Gerüchen, die unter den Helm kriechen, der Wechsel der Temperaturen, die man auf der Kleidung spürt und ganz klar, dass ständige „Linke-Hand-Zum-Gruß-Heben“ Ritual. Mir reicht allerdings nicht nur eine Wochenend-Ausfahrt, es muss manchmal schon ein Tacken weiter sein. Heute reicht es nur noch zu Kurztrips in die Ardennen oder Frankreich. Aber es gab mal eine Zeit, da packte ich meinen ganzen Hausstand aufs Motorrad und tuckerte durch ganz Europa. Nordkap, Sahara oder der Mulhacén in Spanien waren auserkorene Ziele. Wochenlang Land und Leute kennen lernen, gelobt und gepriesen sei die Zeit des Studiums und der Semesterferien. Ich gebe es zu, ich habe es schamlos ausgenutzt.

 

Heute schmerzen die ollen Knochen und ich bekomme nur noch mit viel Mühe und nicht gerade geräuschlos mein rechtes Bein über den Motorradsattel gehieft. Deshalb sind diese Anlaufstellen für mich „wichtig“ geworden. Natürlich hat der Ruhrpott seine ganz eigenen Treffs, aber Haltern gehört für mich zu meinen Lieblingsorten. Dabei ist der Treffpunkt „Jupp Biergarten“ an der Hullerner Straße 107 mein persönlicher Favorit: Ein Ausflugslokal direkt am See für jedermann. Reine Bikertreffs sind dagegen eher „Drügen Pütt“ Münsterstraße 317 oder „Biker Treff Vogel“ an der Marlerstraße.