Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Stromkasten-Graffiti (I) -Lehmbruck Museum – Hafen

Düsseldorfer Str Kantpark Beuys

Mir sind schon mindestens tausendmal die bunten und fröhlichen Netzwerkkästen der Duisburger Stadtwerke aufgefallen. Insbesondere der am Lehmbruck-Museum im Kantpark, mit dem Konterfei von Joseph Beuys. Der Duisburger Graffiti Künstler Marten Dalimot hat diese kleinen Kunstwerke erschaffen. Manche erzählen etwas über die Besonderheiten oder Eigenarten der Ecken oder Plätze. 

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Der Seseke-Radweg – Kunst, Kultur, Kaffee zwischen Lünen, Kamen und Bönen – eine Reise wert

Seseke Peter Rejek

Vor ein paar Jahren bat man mich, mich einmal dem Seseke-Radweg zu widmen. Was ich natürlich aufgrund meiner notorischen, monetären Klammheit gerne machte. Was ich in meinem „jugendlichen“ Leichtsinn nicht bedachte und eigentlich der Name schon beinhaltet: Radweg; hier war Fahrrad fahren angesagt. Ich habe generell nichts gegen Rad fahren. Da ich zentrumsnah wohne, radle ich fast täglich in die Duisburger Innenstadt, nur um schon an Rosie´s Büdchen meinen Nachmittagskaffee zu trinken, aber so touristische Wege sind nicht ganz so mein Fall. Also klemmte ich mein Fahrrad an das Auto und packte die Hunde ein und fuhr Richtung Lünen, hier mündet das Flüsschen Seseke in die Lippe. Die Seseke ist somit auch der Namensgeber für den Radweg, Die Seseke ist der größte Nebenfluss der Lippe und entspringt nördlich vor Werl-Holtum. Nach 32 Kilometer Fließweg landet sie dann in Lünen. Das Flüsschen zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es recht beschaulich durch eine durchaus reizvolle Landschaft plätschert, sondern auch durch reichlich Kunst rechts und links des Weges. Man gab sich sehr viel Mühe den Fluss attraktiv zu gestalten. Was meiner Meinung nach äußerst gut gelungen ist. Hier nur ein paar wenige Ansichten.

Lünen

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Die Brache Vondern in Oberhausen – ein oft vergessenes Stück Land

Als Brache Vondern in Oberhausen wird heute das Gelände der ehemaligen Zeche Vondern bezeichnet. Das Stück Land am Rhein-Herne-Kanal wird, für meinen ganz eigenen, persönlichen Geschmack, viel zu häufig übersehen und vergessen, dabei hat es viel zu bieten. Neben Kunst und Kultur schätze ich besonders die Artenvielfalt von Flora und Fauna. Hat man mal den Weg zu Tobias Rehberger entworfenen Brückenskulptur „Slinky springs to fame“ gefunden, sollte man die paar Meter entlang dem Kanal zu der Brachfläche nicht mehr scheuen.

Die Schachtanlage war zunächst als Wetterschachtanlage für die Zeche Oberhausen konzipiert. Der erste Schacht wurde 1898 unter dem Namen „Oberhausen 3“ in der Nähe der Burg Vondern abgeteuft. Die hohen Kohlevorkommnisse machten das Weiterführen der Anlage als selbstständige Förderschachtanlage wirtschaftlich sinnvoll. Daher wurde der Schacht im Jahre 1902 als Zeche Vondern in Betrieb genommen. Aber bereits 30 Jahre später wurde die Zeche aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben.

Im Laufe der Jahre hat sich auf dem brachliegendem Gelände eine artenreiche Fauna entwickelt, meist Trockenrasen und wechselfeuchte Pflanzengesellschaften. Alte Kulturpflanzen wie die Rapunzel-Glockenblume, das früher zum Waschen verwendete Seifenkraut, die Wilde Möhre oder die Gelbe Nachtkerze, die im Volksmund auch „Schinkenwurz“ genannt wird, denn ihre Wurzel verfärbt sich beim Kochen rötlich, haben sich angesiedelt. Weiterlesen


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Joseph Beuys, Fettecke, Schnaps, Badewanne und das Scheuerpulver ATA

Vor über 31 Jahren, am 23 Januar 1986, verstarb der Künstler Joseph Beuys in Düsseldorf und 9 Monate später folgte ihm sein Kunstwerk die „Fettecke“. Das plötzliche Ableben der „Fettecke“ beschäftigte bald darauf das Landgericht Düsseldorf mit den Fragen: Wie konnte es passieren? Und wer kommt für den Schaden auf?

Im Raum 3 der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf der Beuys als Atelier überlassen worden war, hatte der Künstler im April 1982 eine ca. 25 Zentimeter hohe Skulptur aus 5 Kilogramm „Winterbutter“ (mit Salz haltbar gemacht) in 5 Meter Höhe an der Wand seines Ateliers angebracht – die sogenannte „Fettecke“. Noch am Tag ihrer Entstehung habe Beuys das Werk vor Zeugen seinem Meister-Schüler Johannes Stüttgen überlassen. In der Folgezeit diente das Fett-Dreieck „als ständiges Demonstrationsobjekt“ in Seminaren und für Besucher. Nach Beuys Tod wurde der Raum dann kaum noch genutzt und verwahrloste. Putzfrauen und der Hausmeister der Kunstakademie wurden schließlich angewiesen ihn wieder herzurichten. Am 9. Oktober 1986 landete die von Staub und Spinnweben überzogene „Fettecke“, die von den fleißigen Mitarbeitern somit nicht als Kunstwerk erkannt wurde, in einem großen Abfalleimer. Stüttgen rette den Eimer mit den kläglichen Resten und verklagte das Land Nordrhein-Westfallen auf Schadensersatz. In zweiter Instanz gab ihm das Gericht 1988 recht und sprach ihm 40.000 DM zu.

Aber damit war die Odyssee der Butter nicht beendet. 2014 musste sich erneut ein Gericht mit ihr beschäftigen. Johannes Stüttgen hatte die Fettecken-Rest für eine „Schnapsbrennerei“ zur Verfügung gestellt. Aus dem Rest brannten die drei Künstler Andree Korpys, Dieter Schmal und Markus Löffler ein „hochprozentiges“, geistiges Kunstwerk. Anschließend tranken sie das Ergebnis ihrer Arbeit. „Der Geschmack erinnert ein bisschen an Parmesan“, sagte der Bremer Kunstakademieprofessor Löffler. „So supertoll“, schmecke es nicht „Aber es geht ja darum, den Geschmack von Kunstgeschichte zu spüren.“ Mithilfe einer einfachen Apothekerdestille haben die drei Künstler den Schnaps gebrannt. Den 80-prozentigen Alkohol aus den Butterresten verdünnten die Künstler anschließend zu etwa vier Litern 50-prozentigem Schnaps. „Das ist jetzt ein Kunstwerk.“, sagte Löffler. Die drei „Brennkünstler“ wollten ihren „Butter-Schnaps“, in Flaschen abgefüllt, ausstellen. Dagegen wehrte sich die Witwe von Beuys 2014 erfolgreich vor Gericht.

Es war bereits der zweite Fall, in dem ein Kunstwerk von Beuys nicht als solches erkannt und zerstört wurde. Weiterlesen


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Schloss Herdringen und meine Zeit als Dörfler

Schloss_Herdringen

Ich verbrachte ein Teil meiner Kindheit und auch Jugend in einem Internat. Schloss Herdringen. Herdringen ist ein kleines verschlafenes Dörfchen mit ein paar hundert Seelen im tiefsten Sauerland. Mit einer riesigen, katholischen Kirche, die in keinem Verhältnis zu dem Rest des Dorfes stand sowie drei Kneipen für all die umliegenden Bauern, einem Tante Emma-Laden und einem Büdchen, der Treffpunkt der Jugend, natürlich neben dem gelben Telefonhäuschen in der Dorfmitte, das Abends von innen beleuchtet war. Es fehlte halt in Herdringen an Straßenlaternen. Und natürlich dem besagtem Schloss. Man fragt sich: Warum so viele Fürsten damals ihre Sitze am Arsch der Welt gebaut haben. An den Grundstückspreisen konnte es wohl kaum gelegen haben.

Ich nannte so von 1975 bis 1983 das hochherrschaftliche Domizil mein „Zuhause“, genau genommen gar nicht mal so knapp. Ich möchte überhaupt nichts darüber erzählen, wie einzigartig, wie Lausbubenhaft wir waren, dass würde nicht so unbedingt der Wahrheit entsprechen. Da sind die guten alten Schneider Bücher wie „Burg Schreckenstein“ bei weitem spannender und aufregender. Wobei ich erwähnen muss, eine Ritterrüstung stand bei uns auch im Flur herum.

Auch war das Ganze nur halb so elitär wie es erscheinen mag. Wir lagen in der Regel mit acht Jungs in einem recht schlichten Zimmer. Dass wurde auf Dauer eng, laut und durchaus stickig. Aber dennoch kann ich die Zeit dort im Großen und Ganzen nicht als unangenehm bezeichnen, sonst wäre ich ja schließlich nicht so lange geblieben.

Mit 16 Jahren konnte man damals den Klasse 4 Führerschein erwerben und ein „offenes“ Kleinkraftrad fahren, das mit seinen ca. 6 PS es immerhin auf satte 85 km/h brachte. So eine „Pappe“ Klasse 4 war in Herdringen überlebensnotwendig, denn so ein Dorfleben war im Grunde genommen stinke langweilig.

Da war nach dem jährlichen Schützenfest vor dem nächsten Schützenfest. Unsere Schule lag nur 50 Meter vom Internat entfernt und war hornalt, wie alt weiß ich nicht, auch weiß ich nicht wer Heinrich Knoche war, aber eine Gedenktafel hing an der Tür, die darauf hinwies, dass der Rechenmeister hier ab 1852 wirkte. Und wie es nun mal „auf“ so einem Dorf ist, Veränderung ist Teufelswerk, so hat sich auch nicht viel in dem Gebäude verändert.

Da wir fast alle aus dem Ruhrgebiet kamen und Herdringen zum Hochsauerlandkreis zählte und ein anerkannter Luftkurort war, sahen wir Abends etwas, was uns bis dahin verwehrt wurde: Die Sterne. Über dem Pott hing Mitte der 1970er Jahre noch eine dicke, fette, gelbliche Dunstglocke, die jeglichen freien Blick nach oben versperrte. Der Nachteil in so einem Luftkurort: Ein Winter war noch ein Winter, es war Arsch kalt.

Und wo ich gerade bei dem Thema: Sterne sehen bin. Auf dem Internat gab es auch Mädchen. Wir waren so um die 90 Schüler auf 8 Klassen verteilt. Und davon waren mal mehr, mal weniger ca. 20 Mädchen. Ein erschreckendes Verhältnis. Besonders während der Zeit der Pubertät, wenn man die Sterne sehen wollte, wie es damals Udo Lindenberg in seinem Lied: „Meine erste Liebe“ so schön besang, musste man schon nach oben schauen, dass half aber über die „schwere Zeit“ nicht.

Ermisch

Herr Ermisch, Mathe Lehrer

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Margarete Sebastian

1983 beendete ich die „Durststrecke. Ich machte Abitur und ließ das beschauliche und recht übersichtliche Dorfleben hinter mir.

Ich kann nicht wirklich negatives über diese Zeit berichten und dass ist jetzt kein verklärter Blick auf damals. Nicht nach dem Motto: „Früher war alles besser. Damals waren sogar die Gummistiefel aus Leder.“ „Die Jugend hatte noch Benehmen.“ Nein, es war einfach nur angenehm, entspannt. Aber stinke langweilig.

UWE KNORN, DIRK BAUER

v. l . Uwe Knorn, Dirk Bauer (um 1980)

Dirk Bauer, Marc Hartwig

v. l. Dirk Bauer, Marc Hartwig (1982)

Knorrn Schulz Fricke

Uwe Knorrn, Andreas Fricke, Detlef Schulz

Klasse2

v. l. Michael Schürmann, André Jacke, Marc Hartwig, Dirk Bauer, Detlef Schulz, Stefan Steinbach, Andreas Fricke, Gabi Dirks, Uwe Knaack, Lehrer Herr Flörchinger

 

 


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„Mr. Morgan’s Last Love“ und „Die Kunst des Verlierens“ von Elizabeth Bishop

 

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Gestern Abend sah ich einen wirklich bittersüßen Spielfilm über Verlust und Einsamkeit: „Mr. Morgan´s Last Love“. Kurz wurde in dem Film erwähnt, dass der Lieblingsautor unseres, in die Jahre gekommenen, Protagonisten (Michael Caine) Edward Estling Cummings war. Und mir fiel sogleich eines seiner Gedichte ein: „Ich trage dein Herz bei mir“. Und in dem Zusammenhang ein Gedicht von Elizabeth Bishop: Weiterlesen