Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Hafen, Ruhrort und Erinnerungen

38 Kommentare

Duisburg Hafen Ruhr

Duisburg ist Montan-Stadt. Stahl, Kohle, Hafen. Wobei Kohle sich im Laufe der letzten Jahre erübrigt hat. Auch schloss das ein oder andere Stahlwerk seine Pforten endgültig. Stadtprägend ist wie von jeher der Hafen. Der größte Binnenhafen der Welt. Natürlich ist er nicht zu vergleichen mit Seehäfen wie Hamburg, Antwerpen oder Rotterdam. Die Schiffe sind halt ein Hauch kleiner. Aber halb Duisburg ist mit unzähligen Kanälen und insgesamt 27 Hafenbecken mit Vater Rhein verbunden. Kaum ein Stadtteil, der nicht wenigstens ein Poller zum Vertäuen sein eigen nennt.

Rhein

 

Duisburg Hafen Becken Schiffe Brücke

 

Duisburg Hafen Becken Schiffe Spiegelung

650 Brücken prägen Duisburg, und damit rangiert die Ruhrstadt in Deutschland hinter Hamburg, Berlin, München und Bremen und liegt weltweit an 28er Stelle. Ok, für Zahlenenthusiasten, Nummer eins ist New York mit 2891, gefolgt von Hamburg mit 2496 Brücken. Angeber. Aber der Duisburger Hafen ist schon gewaltig mit seiner Gesamtwasserfläche von 182 Hektar und einer Uferlänge von 40 Kilometern.

Duisburg Hafen Brücke 2

 

Duisburg Hafen Kran2

 

Duisburg Hafen Schiffe 2

 

Duisburg Hafen Stein

 

Duisburg Hafen Container hoch

 

Duisburg Hafen Container Seite

 

Duisburg Hafen Becken Schiffe 2

 

Duisburg Hafen Becken

 

Duisburg Hafen Becken Krann 2 2

Schluss mit langweiligen Zahlen, Daten und Fakten. Mich interessiert eigentlich nur Duisburg-Ruhrort. Der 1371 erstmals erwähnte Stadtteil ist der Gründungsvater des Hafens. 1716 wurde der erste ordentliche Hafen angelegt und seit dem ging es steil bergauf. Tausende von Schiffe gingen in Ruhrort vor Anker. In den 1950er Jahren gab es in dem kleinen Stadtteil 105 „Seemannskneipen“ und die bekannteste war die verruchte, lasterhafte, unheilige Pinte „Tante Olga“. Aus ganz Europa strömten die Binnenschiffer dort hin um ihre Heuer auf´m Kopf zu hauen oder jemand anderen. Um dies etwas einzugrenzen wanderte mein Vater in den Jahren als kleiner Streifenpolizist von Kneipe zu Kneipe. Ob erfolggekrönt weiß ich nicht, denn wenn er darüber erzählt, bin ich mir nicht so sicher, wie ernst er seine Aufgabe nahm. Vielleicht war dies der Grund warum er 1970 mit Mudda eine Disco aufmachte.

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Ruhrort Anker

 

Ruhrort

Auch kann meine Schwester ihr eigenes Lied auf Ruhrort singen. Sie ging auf das einzige, reine Mädchengymnasium und stolperte dort noch Anfang der 70er über den ein oder anderen angetüdelten Seebären. Die Veränderung der Binnenschifffahrt und die Kirche sorgten für mehr Ruhe und weniger Ausgelassenheit. Heute zeugen nur noch eine handvoll Kneipen von der Zeit.

In den Horst Schimanski später seine Bahnen zog. Und Ruhrort in nicht Schifffahrtskreisen berühmt macht. So gibt es reichlich Zeugnisse, wie der alte Werfthafen, wo er und Tanner ihren ersten Tatort drehten. Ganz früher gab es oben, auf der Betonplatte, einen Gebrauchtreifen-Händler, wo ich meine Reifen für meinen ollen Ford Capri kaufte. Achja, Schwelge in Erinnerungen.

Duisburg Hafen Becken Schimanski 2

 

Ruhrort Fassade

 

Ruhrort Blaues Tür

Für mich ist und bleibt Ruhrort immer noch der schönste Stadtteil Duisburgs.

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

38 Kommentare zu “Hafen, Ruhrort und Erinnerungen

  1. Tolle Aufnahmen….hat bestimmt was, dort zu wohnen..schätze mal, eine der teuersten Wohngegenden in Duisburg, wenn ich mir so die wunderschönen Altbauten anschaue?:-) superschön!! liebe Grüße und hoffe es geht Dir gut..bei mir gehts auch wieder aufwärts…:-)) Lieben Gruß Corinna

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  2. Vom Streifenpolizist zum Disco-Besitzer 😀 Was für eine Geschichte! danke für sehr viel Ruhrpott-Nostalgie und -Impression. Ich mag diese Geschichten!

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  3. Hallo, da Lucie ja Duisburgerin war, sind wir natürlich auch zum Hafen gefahren. Einies kommt mir bekannt vor, aber auf den Containern sind wir nicht rumgekraxelt.
    November – Zeit für Erinnerungen, sehr schön.

    Gefällt 2 Personen

  4. Sehr schöne Aufnahmen von den Häfen. Für mich ist und bleibt Ruhrort auch der schönste und
    interessanteste Stadtteil Duisburgs, auch wenn es heute ruhiger geworden ist, aber mit grosser
    Vergangenheit.
    Herzliche Grüsse

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  5. Tolle Fotos. Als Kind war ich mit Papa am Duisburger Hafen. Wird mal wieder Zeit …
    LG und schönen Sonntag sk

    Gefällt 2 Personen

  6. Hall, ein schöner Bericht der mich mal wider neugierig gemacht hat. Kann ich mich doch so gar nicht daran erinnern je den Hafen so bewusst wahr genommen zu haben. Ich glaube ich war aber trotzdem schon mal dort. Das letzte mal wohl dieses Jahr. Auf einer Nacht-Radtour etwas kreuz und quer durch den westlichen Teil des Potts sind wir auch am Hafen durchgefahren. Ich meine ich hätte da ein wenig was alten & schönen Häusern gesehen.

    Davor dürfte es wohl das letzte mal gewesen sein, mit einer Sommerfreizeit einen Tagesausflug. Gefühlt ein Jahrhundert her.

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Alex,
      ich danke dir sehr für deine lobenden Worte.
      Heute bietet der Hafen eine Menge Fuß- und Radwege. An der Ruhr bis zur Rheinmündung ist hübsch. Quer durch den Hafen in Ruhrort, aber auch Rhein Herne Kanal. Oder den Rhein rauf bis Walsum, dort mit der Rheinfähre übersetzten und über Orsey zurück auf der anderen Rheinseite. Ist nett.
      Dank dir.
      Liebe Grüße, Peter

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  7. Tolle Fotos! Noch besser gefällt mir aber Deine liebevolle Schreibe! 😃 Gleich mal bei Twitter geteilt, vielleicht lesen das dann noch paar Leute mehr! 👍🏻

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  8. Super! So tolle Aufnahmen!
    Ich kenne ja nur den Zoo und bin überrascht, wie schön es bei dir ausschaut!
    Liebe Grüße und lieben Dank für deine guten Wünsche,
    Brigitte

    Gefällt 2 Personen

  9. Hallo Peter. Ja tolle Erinnerungen und phantastische Bilder. Ich wusste gar nicht mehr wie hübsch Ruhrort ist. Habe ich damals als Schülerin gar nicht so wahr genommen. Da war das Brötchen mit Schokokuss beim Bäcker um die Ecke wichtiger.

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    • Ay mein Herz,
      um ehrlich zu sein, ich bin als kleiner Bub d nur durchgefahren, bzw von Bus auf Tram umgestiegen. Homberg in die Mitte.
      Vor einigen Jahren habe ich erst Ruhrort für mich entdeckt.
      Liebe Grüße, Peter

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  10. Hallo Peter, hach, sind das wieder schöne Fotos *freu* Liebe Grüße aus Do, Annette

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  11. schöne Fotos. Gut eingefangen, das Spiel aus Licht und Schatten und die Farben.
    Gruß!

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