Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Mülheimer Wasserbahnhof und reichlich Träumerei

22 Kommentare

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Wenn ich mich entspannen oder anders gesagt mal abschalten möchte von meinem gedanklichen Wirrwarr, fahre ich gerne nach Mülheim. Der Wasserbahnhof ist dann häufig mein Ziel. Direkt an dem Flüsschen Ruhr liegt die Anlegestelle der Mülheimer Ausflugsschiffe „Weiße Flotte“, die über die Ruhr bis nach Essen schippern.

1928 entstand das, von den Architekten Pfeifer und Großmann entworfene, prächtige Gebäude. Wenn man es ganz genau nehmen möchte: bereits 1927. Aber da der Andrang auf die Schiffe so groß war, musste halt das viel zu kleine Ausflugslokal mit Fahrkartenschalter rasch ausgebaut werden und so entstand das heutige Haus. Mehr oder weniger, da es 1991 von Grund auf eine Sanierung und die ein oder andere bauliche Veränderung erfuhr.

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Aber genug mit Zahlen, Daten und Fakten. Die ganze Gegend lädt zum Träumen ein. Mich auf jeden Fall. Dann vergesse ich Zeit und Raum. Stelle mir vor wie ich als Straßenkünstler mit Geige oder Taschenspielertricks die eleganten Damen 1928 auf mich aufmerksam mache, oder viel lieber noch, als reicher Bonvivant berauschende Champagner Partys auf den Schiffen gebe und feiere. Oder ich sinniere darüber, dass ich in naher Zukunft meine Zelte in dem Ruhr-Altenheim aufschlage, und eine liebliche Krankenschwester mich mit den Worten: „Sie sind ein nätter Härr“ über die Ruhr-Promenade schiebt. Ach ja. So laufe ich in der Regel mit einem breiten Grinsen die Ruhr entlang und die mir entgegenkommenden Damen halten mich eher für einen Kretin. Wo sie recht haben, haben sie halt recht.

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Gehe zu einer meiner Lieblingsbuden und schlürfe einen Kaffee für´n Euro, unterhalte mich mit ein paar Leutchen, lass die Füße im Fluss baumeln und sehe den Schiffen zu. Träume einfach weiter. So ein Haus am Fluss wäre schon schön. 

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Oder so eine Villa hätte auch etwas. Die übrigens dem Bruder vom ollen August Thyssen, der Stahldynastie Familie, Josef Thyssen gehörte. Er galt als sehr geizig, der Dagobert Duck der Superreichen um 1900 herum. Sieht man dem Gebäude nicht an, versteht man nur, wenn man sich die Kruppsche Villa „Villa Hügel“ in Essen ansieht. Auf die kommen wir ein anderes mal zu sprechen.

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Überhaupt war Mülheim einmal stinkreich. Hier wohnten auf je Einwohner mal die meisten Millionäre in Deutschland. Was man dem ein oder anderen Haus ansieht.

Und möchte der Pott-Begeisterte mal das Revier besuchen: Ein passendes Hotel mit Ruhrblick findet sich immer. Alles vorhanden.

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Direkt daneben liegt eine Yoga-Schule. Dort kann der dehnbare Besucher morgens bei „herabschauender Hund“, „Katze“, Krähe“ oder „betörender Schmetterling“ – mmmhh, ich glaube, jetzt bringe ich da was durcheinander, egal. Hauptsache – den Tag ganz entspannt beginnen. Ich persönlich bevorzuge allerdings die Ausflugslokale „Haus Ruhrnatur“ mit tollen Ausstellungen, neben dem alten Wasserkraftwerk oder „die Tomate“.

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Mag es doch mehr typgerecht – schön ruhig. So entspanne ich lieber bei Träumereien

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Selbstporträt

ich

 

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

22 Kommentare zu “Mülheimer Wasserbahnhof und reichlich Träumerei

  1. Ehrlich? Manchmal hasse ich Dich, mit Deinen immer lesenswerten Artikeln und die Sehnsucht weckenden Fotos! Mach mal weiter so… 😀
    Ernsthaft: Ich verweile gerne, sehr gerne auf Deinen Seiten. Danke! 🙂

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  2. Danke für diesen schönen Ausflug. Ich habe mir diese Stadt eher vollig zubetoniert vorgestellt. Auf den Bildern wirkt es jedoch enorm idyllisch.

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    • Dank! Und jap, die Innenstadt ist eine reine Betonwüste aus den 1960/70 Jahren. Aber das drumherum ist schon ganz idyllisch. Wunderhübsche, kleine Altstadt mit Fachwerkhäusern, Weinlokale, Kneipen und sage und schreibe ein Ableger des Uerige 🙂 . Die Ruhr entlang bis Essen Kettwig, E-Werden ist ein Traum. Sollte man gesehen haben. Aber dazu kommen wir noch. Nach Kohle und Eisen Erholung pur.
      Liebe Grüße aus´m Pott

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  3. Na die Krankenschwester will ich treffen… Gassi schieben dürfen doch nur die Hilfspfleger und ob die das nett machen… – hat denen ja keiner so gesacht!
    Die Drachenschwester im Hause meines Vertrauens hält sich dann eher an militärische Zeitsysteme: um 8 Uhr Stuhlgang und wenn dann nichts kommt, dann „…O-Ton: werde ich sehr böse!“ – Jawoll Chef, ab 10 Uhr wird zurück gesch**sen…
    Also dieser Besen kippt dann eher schnerll den Rolli in die Ruhr, da kommen schließlich noch andere dran… Aber ganz schöne Bilder, das ist Urlaub mitten inne Mittagspause!

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  4. Der Mülheimer Wasserbahnhof sieht auf den Bildern noch genauso aus wie zu meiner Kindheit. Hier fanden oft an den Feiertagen unsere Familienausflüge statt. Ein Weg zu Fuss und den Rückweg mit dem Bötchen, von Mülheim bis Kettwig oder umgekehrt. Das war ein langer Trampel. Manchmal sind wir auch beide Wege gelaufen, wenn das Bötchen voll war. Das passierte an Feiertagen schon manchmal. Aber ich habe trotzdem eine schöne Erinnerung an Mülheim und auch an Kettwig.
    Herzliche Grüsse

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    • Hallo Petra,
      schön von dir zu hören. Stimmt, viel hat sich in den Jahren nicht geändert. Ist auch gut so, denn so wie es ist, ist es gut.
      Bis Kettwig zu Fuß und zurück. Uff, ne ganz schöne, aber auch wunderschön, Strecke. Ist einfach nur toll dort.
      Liebe Grüße aus´m Pott

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  5. Sieht sehr einladend und gemütlich aus.
    LG Franz

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  6. Wie einladend und idyllisch! Ich hätte gar nicht vermutet, dass es solche Plätzchen zum Träumen am Wasser mit viel Grün und ansprechender Architektur dort gibt! Was bin ich doch für ein Ignorant – der aber wenigstens bei Ihnen eines Besseren belehrt wird, Peter. ^^
    Es war wieder schön, in Wort und Bild Ihren Eindrücken zu folgen! Die Entspannung, die der Ort bietet, hat sich gerade via Text bis hierher übertragen.

    LG Michèle

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    • Hallo Michèle,
      Danke! Wie immer freue ich mich sehr darüber von Ihnen zu hören.
      Es stimmt, das Revier ist gar nicht so grau wie man denkt. Es gibt aber schon reichlich Gebiete, die nicht zum Kaffee trinken einladen und direkt daneben Natur pur. Der absolute Kontrast. Wie im wahren Leben 🙂
      Natürlich möchte ich im Großen und Ganzen nur von den schönen Seiten des Potts erzählen. Macht einfach mehr Spaß. Aber es gibt hier wahrlich, wirklich unglaublich schöne Ecken.
      Liebe Grüße, Peter

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  7. Warte, „Tomate“ kenn ich: Man hockt sich auf die Zehenspitzen, den Kopf zwischen die Knie, und wenn man dann nicht umkippt … nee, quatsch, wirklich überraschend schöne Gegenden habt ihr da, und die Tomate ist ein Biergarten, wie man ihn sich schöner gar nicht wünschen kann, direkt am Fluß und unter Bäumen.
    Wieder mal eine sehr gelungene Präsentation.

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    • Jap, Tomate kenne ich. Leider weiß ich nicht mehr ob es eine Yoga- oder Kamasutra-Stellung ist. Bringe es doch häufig durcheinander.
      Ich danke dir herzlich. Freue mich sehr über die tollen Worte!
      Herzliche Grüße aus´m grünen Pott

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  8. Ich sehe, du hattest ein megaentspanntes Wochenende:-)) tolle Bilder…und ja, bin ganz Deiner Meinung…mit die schönsten Fleckchen im Ruhrpott, die Du gezeigt und aufgelistet hast:-)) In Essen-Werden war ich kürzlich noch:-)) Liebe Grüße Corinna

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  9. Das hast Du tolle beschrieben und bebildert.
    Für mich bereichernde „Heimatkunde“,
    weil der Wasserbahnhof nicht weit von mir liegt.
    Liebe Grüße!

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  10. Hallo Peter,
    ein sehr schöner Bericht …manche fahren für so eine Landschaft nach Frankreich und wissen nicht das es idyllische Flussläufe auch vor der Haustür gibt …und das auch noch im Ruhrgebiet….jedenfalls in deiner Ecke, wir in Dortmund waren da ja etwas schlechter dran…die Emscher ein eingezäunter Hochgeschwindigkeitsdreckbach und dann blieb nur noch der Kanal….egal, bei 35 Grad Aussentemperatur war der (verbotene) Sprung von der Eisenbahnbrücke ins kühle Nass eine beliebte Abwechslung….
    Lieber Gruss, Jürgen

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