Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Immer, wenn ich Kaugummi-Automaten sehe…

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Immer, wenn ich Kaugummi-Automaten sehe, muss ich an Heidi denken. Heidi saß nur zwei Bänke vor mir in der 4b. Sie hatte langes, blondes Haar, war zierlich und mit einer kleinen, süßen Stupsnase gesegnet. Eine Kinderliebe wäre nun wohl zu viel gesagt, aber ich mochte sie schon, schon ziemlich. Meine erste Erfahrung, ich meine mit Gefühlen und Gedanken für das andere Geschlecht.

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Mainz

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Mainz Dom

Mainz. Mainz ist eine wirklich wunderhübsche Stadt. Ist man erst mal durch die typischen Hochhausvorort-Schluchten und Bürogebäudekomplexe durchgefahren und dringt in das Innere vor, kommt helle Freude auf. Ein streckenweise mittelalterliches Kleinod wartet auf einen. Schmale, enge Gassen, Fachwerk, Gründerzeithäuser oder oder oder. Manchmal erinnerte mich das Gesehene an Paris. Ich fühlte mich sogleich Wohl. Heimisch.

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Lebenslauf

ich mache gerade mal wieder etwas, wovon ich nicht den blassesten Schimmer habe. Ich schreibe einen, meinen Lebenslauf. Es muss sich etwas ändern. Fast 25 Jahre freiberuflich unterwegs, aber nun muss ich mir was überlegen. Krankheit führt zur Geldknappheit. Naja, nicht dass das was neues für mich wäre. Eigentlich ein notorischer Zustand. Nicht, dass ich zwischenzeitlich nicht ne Menge Kohle verdient hätte, aber manchmal ließ doch der verantwortungsvolle Umgang damit zu wünschen übrig. Ich bediene mich mal den Worten eines anderen „Mistkerls“, einem englischen Fußballprofi, „Ich habe mein Geld für Alkohol, schöne Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich verplempert.“ Das trifft natürlich auf mich so nun nicht zu, das wäre übertrieben. Autos haben mich noch nie interessiert. Gut, dass mit den Spirituosen hat auch stark nachgelassen. Aufgrund aller möglichen Vorkommnisse habe ich in den letzten vier Jahren kein Tropfen angerührt, nicht mal ne blöde MonCherie ist über meine lechzenden Lippen gekommen. Meine Leber und Nierchen sehen auch so schon aus wie ein Schlachtfeld aus´m Ersten WK. Und reihenweise schöne Frauen? Da ist mehr der Wunsch der Vater des Gedankens. Wenn ich also so darüber philosophiere, bleibt für mich von dem Spruch, nur der Spruch übrig. Er beschreibt mein Leben nicht im geringsten. Egal. Ich kann ja mal so tun als ob. Nun, sei´s drum. Das Geld ist futsch. Und ich benötige einen richtigen Job. Eine Festanstellung. So sitze ich gerade vor dem leeren, weißen Blatt Papier, bin noch ein altmodischer Mensch und schreibe häufig mit Stift auf Papier vor, und sinniere über mein Leben für´n Lebenslauf. Geboren ist klar, Schule haut auch noch gerade mit den Jahreszahlen hin, aber ab da wird’s schwierig. Lückenlos soll so ein Leben auf Papier sein. In den Jahren von… war ich da, wandelte auf diesem Planeten, dass weiß ich, aber was habe ich gemacht? Studiert. Ich sehe mich schon in so einem Personalleiter-Büro sitzen und den Mann ganz erschrocken sagen hören: „So lange?“ Und ich die wahre, aber in diesem Fall wohl falsche, Antwort geben: „War schon immer etwas langsam.“ Lass mich halt gerne mal, und dass sehr häufig, ablenken. Starre auf meinen gelben Kugelschreiber mit der Aufschrift HUK-Coburg Versicherung, die seit Tagen hinter den Geldern für meine Lebensversicherung hinterher jammern, und mir wird bewusst, ich benötige Rasierklingen. Habe ein Gutschein von Rossmann mit 10% Nachlass auf alles. Rossmann ist genau gegenüber, muss nur die Straße überqueren, und wenn ich schon mal draußen bin, kann ich ja in die Innenstadt gehen und die Karte für die Veranstaltung „ExtraSchicht“ kaufen. Zeche Zollverein in Essen lacht mich an. Jap, das mach ich. Das zieh ich jetzt konsequent durch.


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Creative Stage – emma&maille – Jazz auf´m Platz – und zwei wunderbare Abende

Am Mittwoch Abend lud die Kreativwirtschaft Ruhr mal wieder zu einem tête-à-tête ein. Häufig stellen sich dann junge, kreative Designerinnen aus Mode, Photo, IT oder Illustration vor. Manchmal gehe ich hin, meist nicht. Nicht, dass man meint, mich interessieren die Leute nicht. Es hängt bei mir von der Tagesform, Lust, Laune und überhaupt der Groß-Wetter-Lage. ab. So ist es schon mal passiert, dass man mich nach Frankfurt einlud, ein drei Tage Kongress, und ich mich schon am ersten Tag zwischen ein paar dutzend Japanern in der Drosselgasse in Rüdesheim mit viel Wein wieder fand und am nächsten Morgen auf einer Parkbank. Aber diesmal ging ich hin. Mich haben zwei junge Damen interessiert, die sich an diesem Tag vorstellten. Sie haben ihr Studio, Atelier, “emma&maille design“ direkt bei mir um die Ecke. Nur ein paar hundert Meter in einem kleinen, angrenzendem Café, „KrümelKüche“ in Duisburg-Hochfeld, sind sie ansässig. In dem Café war ich zwar schon einige Male, aber ich muss zugeben, dass diese Art von Café-Welt nicht meine ist. Obwohl das Lädchen sehr viel Charme, Hinterhof-Idylle und hervorragenden Kaffee hat.

Ich tue mich allerdings etwas schwer mit dem veganen Leben und der damit verbundenen riesigen Auswahl an „Milchersatzprodukten“ zum Kaffee: Kokosmilch, Sojamilch, Reismilch, Mandelmilch. Ich halte es zwar generell wie der Alte Fritz: Jeder soll nach seiner eigenen Fasson selig werden. Aber für mich ist hier nichts dabei. In dem Lokal weist ein kleines Schildchen, von der Decke baumelnd, auf das Atelier der beiden Damen hin und eigentlich wollte ich da schon immer mal reingeschaut haben. Sie nähen, stricken, klöppeln direkt vor Ort ihre eigene Modelinie und werkeln sonst noch kreativ. Da ich von Natur aus sehr neugierig aber stinke faul bin, stehe ich mir meist selbst im Weg. So ging ich Mittwoch Abend ins Lehmbruck Museum, wo die Veranstaltung in einem wunderbaren Rahmen stattfand, um mehr über sie zu erfahren.

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Internet Dating Plattform und warum man dringend ein Hobby braucht

Putze

Ich wollte einmal etwas über mein Hobby schreiben. Ich meine, warum hat man so ein Blog, wenn man mal nicht etwas Persönliches von sich preisgeben kann. Und ich bin in der angenehmen Situation; mein Blog liest kein Schwein. Also kann ich mich hier getrost auslassen. So ein Hobby sagt ja schließlich viel über einen aus. Mit was für Themen beschäftigt man sich so, in was für kulturellen, sozialen Kreisen bewegt man sich und und und… Und, es ist sehr häufig ein beiläufiges Einstiegsthema für Parkbankgespräche, neben den Klassikern wie Beruf und Wetter. Wobei natürlich Wetter mit weitem Abstand an erster Stelle steht. So weit vorne wie der F.C. Bayern in der Bundesliga.

Wetter führt die Liste so weit an, dass, wenn man da so auf der Bank sitzt und sich jemand dazu gesellt und aus weiter Ferne ein paar Worte hört, man vollkommen automatisiert darauf mit: „Ja“, reagiert. In dem Glauben die Neu-Person sagte gerade die üblichen Worte: „Schönes Wetter heute“, „Gestern wars Besser“ oder „Ist Besser als voraus gesagt“. Ein einfaches „Ja“ als Antwort passt da immer, da macht man nix falsch. So wie neulich, eine älteren Dame, die etwas sagte und ich mit meinem „Ja“ darauf reagierte, im Glauben alles richtig zu machen und dabei nach oben blickte. Sie darauf freundlich aber bestimmt meinte: „Nein, da unten!“ Ich: „ Ääähhh“. „Kein Mensch achtet auf die Hummels.“ Ich blickte wieder nach oben. Sie: „Unten“. Und da sah ich dieses gelb, schwarze Riesen-Vieh vor meinen Füssen und ich wollte schon reflexartig drauf treten, konnte es mir gerade noch verkneifen und brachte die, immer fast richtigen, aber vollkommen überflüssigen, Worte: „Ja, Ja“, hervor. Darauf folgte ein 30 minütiger Vortrag über die unglaublichen Vorzüge einer Hummel gegenüber so einer gewöhnlichen Allzweck-Biene. Ich wurde schlauer. Schlauer in dem Punkt: Die Hobbys der Anderen interessieren mich nicht. Und, den Anderen ergeht es andersrum auch nicht anders. Weiterlesen


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Besprechung – Wasserski Wedau – Sonnenbrand

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Gestern. Aufgestanden. Aus´m Fenster geschaut, Sonne pur. „Jap, so soll es sein.“ Kaffee gekocht. Blick in den Badezimmerspiegel: Kurz erschrocken. Hoffen auf bessere Zeiten. Anziehen. Gleich eine Besprechung. In Essen. Chic machen. Wanderschuhe, Jeans, zerknittertes dunkelblau-kariertes Hemd, graue Anzugjacke. Besprechungsraum wie gehabt: Groß, weiße Wände, nüchtern. Ellenlanger Tisch und haufenweise schwarze Stühle, die ganz laut Schreien: „Auf mir kann man nicht sitzen, seh aber super aus“. Ich freu mich drauf. Sieben Herren betreten den Raum. Hellgraue oder blaue Anzüge, allesamt mit hellblauen Hemden, wie abgesprochen, und bunten aber einfarbigen Krawatten. Zwei Damen folgten ihnen. Eine, in einem dunklen Hosenanzug, eine Frau Doktor so und so und die andere in einem Wickelkleid mit Blumenmuster und tiefem V-Ausschnitt. Kreativwirtschaft. Drei Stunden, ein Liter Kaffee und eine Dose Kekse später trennten sich unsere Wege mit der Erkenntnis: „Wir besprechen die unklaren Sachverhalte zu einem anderen Zeitpunkt“. Sich bei jedem bedanken, Händeschütteln, der Kreativen dabei in den V-Ausschnitt geschaut. Nach Hause fahren. Nein. Nicht so ganz. Muss mich erholen. Weiterlesen


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Wahlhelfer – Krankenhaus – Gnadenschuss

Landtagswahl NRW. Habe mich mal wieder freiwillig als Wahlhelfer gemeldet. Im Großen und Ganzen eine recht langweilige und stupide Angelegenheit. Großer Raum, zwei Wahlkabinen und noch ein paar andere freiwillige Helferlein. Wahlberichtigung, Personalausweis, alles kontrollieren, Ausgabe des Wahlscheins und und und… Langweilig. Und dann kommt doch noch der ein oder andere, warum ich hier sitze. Der oder die, die die ganze Sache so unterhaltsam machen. Wie der junge, schmale Freund, der mir sein ausgefüllten Wahlzettel zeigt und fragt: Ob er die Kreuze an der richtigen Stelle gemacht hat? Muss neutral sein. Kann ja schlecht sagen: Haben alles richtig gemacht. Man könnte ja glauben, ich meinte, er hätte seine Kreuze an der für mich richtigen Stelle platziert. Erkläre ihm nochmal die Spielregeln und, dass das ganze geheim ist. Erststimme, Zweitstimme. Er meinte darauf: Kann mich nicht entscheiden. Tja, dachte ich nur: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Weiterlesen