Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt


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Die höchste Sandburg der Welt? – Zweiter Versuch

Sandburg Duisburg 2017 im Bau_2

Am Freitag den 01. September ab 12.00 Uhr werden wir´s genau wissen. Dann geht’s los. Da wird jeder Höhenmillimeter, der frisch erbauten Sandburg im Duisburger Landschaftspark Nord unter den prüfenden und messenden Blicken der Herrschaften vom Guinness World Records, ermittelt. Werden die 3.500 Tonnen Sand auf über 15 Metern gehievt, geschichtet, gestaltet, halten?

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Duisburg, dat Feier-Biest – vom Matjes-Fest – und dem Musik-Festival „Traumzeit“ im Landschaftspark-Nord (Teil I/II)

Matjes Bude2

Es liegt was in der Luft. Einmal im Jahr riecht die Duisburger Innenstadt für ein paar Tage nach frischem, rohem, in Salzlake gereiftem Fisch.“, so oder so ähnlich fing mal ein Artikel über die Matjes-Tage in einer Duisburger „Marketing- und Verkaufsbroschüre“ an. Mich erinnerte der Satz unwillkürlich an „Verleihnix“, dem Fischhändler aus Asterix und Obelix. Es riecht hier aber nicht wie in einem kleinen gallischen Dorf, sondern nach nix. Und da Duisburg manchmal auch ein „Dorf“ ist, ist der Verkauf von frischem Fisch, verrückter Weise ausgerechnet noch eine holländische Nationalspeise, hier ein Fest. Ein Groß-Ereignis. Im vierzig Kilometer entfernten Holland denkt sich die Bevölkerung: „Die spinnen, die Deutschen.“ Wo sie recht haben, haben sie recht. Mit Ausnahme natürlich von unserem großen „ Dorf“.

So wie jedes Jahr die Matjes-Veranstaltung stattfindet, genauso läuft jedes Jahr das Procedere mit meinen Eltern ab. Ein ewig wiederkehrendes Lustspiel. „Jung, hol mal zwei Matjes. Vadda und ich teilen uns eins. Datt reicht. Wegen den Kalorien.“ Ich kaufe drei. „Warum denn so viel? Wir wollten nur mal abbeißen. Für´n Geschmack.“ Als ob es dabei bleiben würde. Klar, die Erde ist eine Scheibe und die Sonne dreht sich nur um uns. Von wegen. Wenig später kramt Vater in der Hosentasche, befördert ein paar Münzen ans Tageslicht. „ Bub, hol noch mal Zwei. Mutter und ich teilen.“ „Nur Zwei?“ „Ja. Ich besorge mir danach noch ein Backfisch.“ Mich erinnert das Ganze an „Dinner for one.“ Ich könnte auch schreiben Matjes-Fest 2016 oder 2018. Die selbe Unterhaltung, die selben Gänge zur selben Fischbude. Die muss es allerdings sein, denn sie ist die einzige mit den Holländischen Pappbrötchen. Die restlichen Stände haben nur das „Deutsche-Gute-Morgen-Aufsteh-Gebäck“. Viel zu knusprig. Nehmen den goût vom zarten Fisch. Die Holländische „Pappe“ erinnert von der Konsistenz und dem Geschmack an ein Brötchen, welches für ein paar Sekunden in lauwarmer, süßlicher Milch eingelegt wurde. Das Ganze mit gesalzenem Hering und rohen Zwiebeln garniert und fertig ist eine meiner Leibspeisen. Nur küssen darf man die nächsten 14 Tage niemanden. Auf jeden Fall nicht, wenn man ernste Absichten hegt. Vielleicht meinte das der Artikelschreiber in der Stadt-Reklame-Broschüre: „Es liegt was in der Luft.“

Menschen Matjes Duisburg2

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Mülheim – Fotoausstellung Hermann Hirsch – und vermaledeit viel Hunger

Ich mag Mülheim. Ich bin gerne in der Stadt an der Ruhr. Besonders schätze ich den kleinen „Hafen“ am Wasserbahnhof, wo die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte landen. Man sitzt dort, beobachtet das Wasser, das Treiben und Flanieren der Besucher und fängt dann unweigerlich an zu Träumen. So auch Gestern. Ich saß auf einer der zahlreichen Parkbänke und hörte von weitem drei Musikern zu, die gerade in diesem Moment ein kleines Konzert gaben: Walzer. Ich schloss die Augen und sah auf einmal elegant gekleidete Damen: im Glockenrock, Bluse mit bombastischen Ärmeln und natürlich nicht zu vergessen, die Kopfbedeckung: Die sensationellen Wagenradhütte. Wie sie, untergehakt bei ihrem Mann von Welt, in Frack, Gehrock und natürlich einem Gehstock, an mir vorbei flanieren. Ich sah mich mit Zylinder und feinem Anzug, die Damenwelt mit meinen kleinen Anekdoten und heiteren Geschichten in schierer Verzückung bringend auf der Hafenpromenade stehend und die Ladys säuselten mit hoher, zurückhaltender Stimme: „Ach, Herr Baron von Münchhausen. Sie sind uns aber einer.“

 

Aber leider muss man irgendwann die Augen wieder öffnen. Was dann bleibt sind Musiker und Walzer. Aber diesmal bin ich nicht nach Mülheim gereist um von Kaisers Zeiten zu träumen, sondern ich wollte eine Ausstellung des Dortmunder Naturfotografen Hermann Hirsch besuchen. Mit seinen 23 Jahren zählt Hirsch bereits zu Deutschlands besten und erfolgreichsten Naturfotografen. Im Haus Ruhrnatur an der „Alte Schleuse 3“ kann man noch bis Mitte 2017 seine Fotografien,Tiere im Ruhrgebiet, betrachten. Ich kann nur sagen: Nicht schlecht mein Specht. Es sind jetzt nicht gerade übermäßig viel Arbeiten zu bestaunen, aber ich habe gestaunt.

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Der Seseke-Radweg – Kunst, Kultur, Kaffee zwischen Lünen, Kamen und Bönen – eine Reise wert

Seseke Peter Rejek

Vor ein paar Jahren bat man mich, mich einmal dem Seseke-Radweg zu widmen. Was ich natürlich aufgrund meiner notorischen, monetären Klammheit gerne machte. Was ich in meinem „jugendlichen“ Leichtsinn nicht bedachte und eigentlich der Name schon beinhaltet: Radweg; hier war Fahrrad fahren angesagt. Ich habe generell nichts gegen Rad fahren. Da ich zentrumsnah wohne, radle ich fast täglich in die Duisburger Innenstadt, nur um schon an Rosie´s Büdchen meinen Nachmittagskaffee zu trinken, aber so touristische Wege sind nicht ganz so mein Fall. Also klemmte ich mein Fahrrad an das Auto und packte die Hunde ein und fuhr Richtung Lünen, hier mündet das Flüsschen Seseke in die Lippe. Die Seseke ist somit auch der Namensgeber für den Radweg, Die Seseke ist der größte Nebenfluss der Lippe und entspringt nördlich vor Werl-Holtum. Nach 32 Kilometer Fließweg landet sie dann in Lünen. Das Flüsschen zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es recht beschaulich durch eine durchaus reizvolle Landschaft plätschert, sondern auch durch reichlich Kunst rechts und links des Weges. Man gab sich sehr viel Mühe den Fluss attraktiv zu gestalten. Was meiner Meinung nach äußerst gut gelungen ist. Hier nur ein paar wenige Ansichten.

Lünen

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Lustlosigkeit

Blauer-Kiosk-in-Duisburg

Gott! Bin ich von einer Lustlosigkeit geplagt. Schon den ganzen Monat quäle ich mich. Ostern, ein paar Termine, an die ich mich nicht mehr so recht erinnern kann, mehr war eigentlich nicht. Aber das hat mir schon gereicht. Mehr als gereicht. Und dann, seit ein paar Tagen dieses leidige Thema mit dem Waschbecken im Bad. Verstopft. Wasser fließt nicht ab. Abflussfrei? Nix. Pumpe? Nix. Also doch auseinanderbauen. Mist! Rohrzange raus. Den ganzen Kladderadatsch unter dem Becken abschrauben. Die Rohre prüfen, da hilft auch keine Spirale. Alles neu macht der April. Ab in den Baumarkt, und das mit der ultimativ miesesten Laune. Die blonde Maid an der Kasse sah wohl schon von weitem, dass ich nicht der typische Heimwerker bin, der in den TV Spots als der große Macher gepriesen wird, bin. Sie sah mich auf jeden Fall durch und durch mitleidig an. Beim rausgehen wünschte sie mir noch: Viel Glück. Das hatte ich natürlich nicht. Eine der mitgelieferten Dichtungen passte nicht auf mein Anschlussrohr. War ja klar! Zurück in den Baumarkt. Wieder bei der netten Blonden: „Oh, haben Sie etwas vergessen?“ „Ja, Ja“: sagte ich, meinte aber eigentlich: Nee! Eure Scheiß-Asia-Ware passt nicht. Die blöde Gummidichtung war nun fast so teuer wie das ganze China-Unter-der-Spüle-Röhren-Set. Mit viel Gebrüll, Gejammer und Flüche werkelte ich die Sache unter das Handwaschbecken und hämmerte das Rohr knüppelhart in die Wand. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Und ich habe meine ganze Energie für den restlichen Monat verbraucht. Die Kraft reichte gerade noch um mich zu meinem Lieblingsbüdchen zu schleppen. Das „Blaue Büdchen“. Mit KöPi, Friko in meinen schmierigen Händen, erzählte ich jedem, der es nicht hören will, was für ein genialer Heimwerker ich bin. Freunde macht man sich anders. Und heute? Heute gab meine Computer-Maus den Geist auf. Ich verlasse das Haus erst wieder im Mai.


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Verdammt lang her – Wildpferde im Emscherbruch – der letzte Emschersticker Bernhard Großfeld – Bleckkirche in Gelsenkirchen-Bismarck

Man benötigt heute schon eine riesige Portion Fantasie oder Vorstellungskraft, wenn man heute durch die Stadtgebiete von Herne, Marl, Recklinghausen oder Gelsenkirchen schlendert, dass dort, wo jetzt Beton, Asphalt und Gestein herrschen, sich einst Wald, Wiese und Wildpferde befanden bzw. lebten.

Bis in den 1840er Jahren lebten im Emscherbruch noch Wildpferde, Emscherbrücher oder auch Dickköppe genannt. Sie hatten einen breiten Schädel, kurze Ohren, Hornwarzen an allen vier Beinen und einen von der Rückenwurzel herabhängenden behaarten Schweif. Die Dickköppe erreichten ein Stockmaß bis 135 cm bei einem maximalen Körpergewicht von 300 kg. Die robusten Tiere dienten als Arbeits- oder Reitpferd. Ihr Vorkommen wurde 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Aber schon die Römer berichteten von Wildpferden im Emscherbruch. Seit dem Mittelalter hatten nur Adelsfamilien das Recht die Tiere einzufangen und einmal im Jahr in Crange am Laurentiustagauf dem Markt zu verkaufen. Aus dem historischen Pferdemarkt ist die Cranger Kirmes hervorgegangen. Für den Fang der Emscherbrücher wurden die sogenannten Emschersticker „beauftragt“. Weiterlesen


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Haus Hartenfels – eine große Liebe – unter Hochdruck – und wie romantisch können Teelichter sein?

Haus hartenfels1

Ich weiß nicht, ob ich ein romantischer Mensch bin. Eigentlich weiß ich nicht mal so genau, was das heißt: Romantisch. Ich weiß nur, was ich daran merkwürdig finde. Merkwürdig finde ich die Art von Romantik, die mir in den Serien wie Bauer sucht Frau, Dicker sucht Doofe oder Mutter sucht Schwiegersohn, zur Schau gestellt wird. Immer. Immer wieder kommt der Moment, wo der „Herr der Zärtlichkeit“ seiner holden Maid mit einem romantischen Abend beglückt. Und immer, immer wieder liegen Unmengen an Teelichter in Herzchen-Form auf einem Billig-Laminat in einem recht trostlosen Wohnzimmer auf´m Boden. Und damit das Herz seiner Angebeteten richtig frohlockt, streut er noch Milliarden von abgezupften Rosenblättern um das klägliche Gebilde. Und da es nun mal so schön heißt: „Ich bette dich auf Rosen“. Legt er noch obendrauf eine Bahn von roten Blütenblättern ins heimeliche Schlafzimmer, wo Kräcker, Käse, Träubchen und Rotwein auf die hoffentlich baldige Angetraute wartet. Liebe geht halt durch den Magen. Und das Einzige, dass mir dabei in den Sinn kommt, ist: Wer macht den ganzen Mist weg? Ich wäre vom Essen und dem erhofft folgendem Liebesakt vollkommen erschöpft; und dann soll ich Kerzen ausblasen? Kehrblech und Feger aus der Küche holen? Da platzt bei mir die Blase der Romantik. Schluss mit Lustig. Bin ich unromantisch? Ich stehe nicht so auf Reime, Verse oder komplizierte Sprachrhythmik, mag es doch eher prosaisch. Aber dennoch gibt es Geschichten die mein Herz berühren, so dass es ein leises Seufzen von sich geben muss. Wie die Geschichte um Haus Hartenfels. Weiterlesen