Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Archäologische Park Xanten

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Als kleiner Bub entwickelte ich einen unglaublichen Faible für die guten, ollen Römer. Und so recht warum, weiß ich jetzt eigentlich auch nicht mehr. Vielleicht lag es an den Filmklassikern wie Ben Hur oder Kleopatra. An Asterix und Obelix konnte es nicht gelegen haben, denn zu der Zeit waren meine persönlichen Comic-Helden eher Fix und Foxi und ganz klar: Lupo. Meine Liebe zu den Römern ging sogar so weit, dass ich Archäologe werde wollte, obwohl, wenn ich ganz ehrlich bin, die Berufsbezeichnung nicht kannte. Während meine Altersgenossen eher nach Feuerwehrmann und Lokomotivführer tendierten, hatte mich die Liebe zu allem Römischen fest im Griff. Und ich auf die aberwitzig dämliche Frage, die Erwachsene 10-Jährigen so gerne stellen: „Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist?“. Antwortete: „Römer“. Ich musste wohl meinen Eltern sehr lange, und dass wahrscheinlich unter lautem Geschrei und Getöse, auf den Geist gegangen sein. Nur so kann ich mir heute erklären, warum sie mit mir und meiner Leid geplagten Schwester die vielen alten, römischen Hochburgen besuchten. So zwang ich sie nach Trier, Köln, Hermannsdenkmal und schlussendlich sogar nach Rom. Wo unser Wagen recht unfachmännisch geöffnet und alles entwendet wurde, was nicht niet- und nagelfest war. Wir verbrachten, Dank diesem Meisterdieb, die meiste Zeit in der deutschen Botschaft um die nötigen Ausreisepapiere zu beschaffen, halt ein Europa ohne offene Grenzen, halt die Jahre von Bay City Rollers, Partridge Family oder anderen Absonderlichkeiten. So blieben mir die römischen Kultstätten in der ewigen Stadt weitestgehend verborgen. Im Laufe der Zeit erlahmte meine Interesse an Caesar und Co. Bis ich vor ein paar Jahren rein beruflich wieder auf sie stieß. So kramte ich meine Asterix-Hefte hervor, brachte mich auf den neusten Stand, denn allzu unvorbereitet wollte ich nun auch nicht die Aufgabe angehen. Und mit dem Wissen, gewonnen aus diesem Zweiten-Bildungsweg, stattete ich Xanten und dem Archäologischen Park ein Besuch ab. Wahrlich eine Reise wert!

Archäologische Park Xanten (APX)

Auf dem Gelände der einstigen Römerstadt Colonia Ulpia Traiana wurde 1977 der Archäologische Park Xanten (APX) eingerichtet und seitdem mehrfach erweitert, so dass heute ein Großteil der Fläche, auf der die antike Stadt einst stand, für das Publikum zugänglich ist. Das rund 60 ha umfassende Areal ist das größte archäologische Freilichtmuseum Deutschlands, in dem die einzige nicht überbaute römische Stadt nördlich der Alpen teils in original getreuen Nachbauten rekonstruiert wurde und wird. Höhepunkte der Anlage sind der teils wiederaufgebaute Hafentempel, eine römische Herberge, die Thermen und das Amphitheater, in dem damals Tierhetzen und blutige Zweikämpfe stattfanden. Zur Eröffnung des Parks wurde das Amphitheater in Originalgröße teilweise rekonstruiert. Zur Zeit der Römer bot es etwa 10.000 Besuchern Platz. Im Archäologischen Park Xanten wurde 2008 das vom Architekturbüro Gatermann + Schossig entworfene neue LVR Römer-Museum eröffnet. Der moderne Museumsbau aus Stahl und Glas steht über den ausgegrabenen Fundamenten des ehemaligen römischen Stadtbads, den Thermen. Seine Außenform entspricht in Größe und Gestalt der antiken Eingangshalle. Die Reste der Grundmauern der angrenzenden Baderäume sind von einem Schutzbau überdeckt, dessen Maße und Strukturen ebenfalls das antike Gebäude nachzeichnen. LVR-Römer-Museum und Thermenschutzbau bilden somit ein einzigartiges Ensemble. Mit seiner Länge von über 70 m und seiner Höhe von 20 m werden auch im Inneren des Museums die eindrucksvollen

Dimensionen der antiken Architektur erfahrbar. Über 2.500 Exponate zeichnen auf rund 2.000 qm Ausstellungsfläche ein lebendiges Bild des römischen Alltags in Germanien. Unter den gezeigten Funden beeindrucken besonders der bedeutende Bestand an Waffen und Ausrüstung der römischen Armee und die Überreste eines antiken Schiffes, das in zwölf Metern Höhe frei schwebend im Raum hängt. Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind eine prächtige großformatige Wandmalerei und das bislang älteste und am besten erhaltene römische Geschütz.

LVR-Archäologischer Park Xanten (APX): Am Rheintor, 46509 Xanten www.apx.lvr.de

LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten: Siegfriedstraße 39, 46509 Xanten http://www.apx.lvr.de/roemermuseum

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

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