Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Moers – bunt, fröhlich, entspannend – macht einfach gute Laune

2 Kommentare

Moer- Titel

Dieses kleine, niederrheinische Städtchen ist wahrlich nett. 1970 sind meine Eltern mit uns, also meiner Schwester und mir, dorthin gezogen. Wir wohnten bis dahin rechtsrheinisch in Duisburg-Bruckhausen, genau gegenüber Tor 1 des Stahlwerks Thyssen. Ein Jahr lebten und wirkten wir in Moers, dann ging es ab nach Duisburg-Homberg. Aber erst 15 Jahre später konnte ich mich mit Moers anfreunden, lernte viele Leute kennen und war über das kulturelle Angebot, das die Stadt für Jugendliche Mitte der 80er anbot, schier aus´m Häuschen. Ein Musikfestival jagte damals das Nächste, ob Jazz, Rock, Pop, Folk – alles dabei. Heute fahre ich immer noch gerne in das bunte Städtchen.

Mein erster Gang führt mich meist in den Schlosspark und zum Schloss. Im Schloss-Theater sah ich meine erste Aufführung: Hamlet. Ende der 1980er. Ich belauschte kurz vorher ein paar älteren Damen, die sich über diesen neumodischen „Kram“ beklagten und kaufte sofort Karten. Sie hatten tatsächlich recht. Das ganze Stück über liefen die Darstellerinnen „Oben-Ohne“ herum. Brüste satt – so weit das Auge reicht. Seitdem habe ich einen gewiesen Faible für Neu-Inszenierungen und Neu-Interpretationen entwickelt.

Ein persönliches Highlight ist das Café „Extrablatt“ Mitten auf´m Marktplatz. Das es zwar so damals nicht gab. Aber heute meine Zeit gerne dort sinnfrei vertrödele.

In den schmalen, bunten Gässchen gibt es zuhauf kleine Lädchen mit Dingen, von denen man bis dahin nicht wusste, dass am sie braucht, dann aber haben muss. Meine Mutter kaufte mir hier meine erste und einzige Pfeife. Mudda war der Auffassung: Wenn ich schon rauche, dann aber bitte mit Stil. Vornehm geht die Welt zugrunde. Sie hatte vielleicht damals die Vorstellung, ich würde später einmal mit Pfeife, Whisky und der Times in einem Ohrensessel sitzen. Es reichte immerhin zu Camel, Jägermeister, Hörzu und Couch. Also, gar nicht mal so weit davon weg. Und nicht ganz so weit weg von dem niedlichen Lädchen liegt das Café „des Arts“ am Hanns-Dieter Hüsch Platz.

Mein Lieblingsplatz. Hat so was Mediterranes. Hier versuchte mir vor über 25 Jahren ein älterer Herr, Alois, das Schachspiel zu erklären. Ich habe nie vorher und nachher jemanden getroffen, der, über einen so langen Zeitraum, so eine Engelsgeduld aufbringen konnte. Er hatte einen unerschütterlichen Glauben. Selbst ich war dagegen machtlos. Und ich habe mich echt angestrengt. Sein „Lebensmotto“ lautete: „Wenn einem so viel Gutes oder Schlechtes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert.“

Schlechtes widerfährt einem wahrlich nicht im „Alten Brauhaus“. Bier wird hier schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gebraut, aber dafür gibt es lecker Kuchen und Eis. Und damit hat mich schon Mudda damals reichlich gefüttert, damit ich Ruhe gebe. Überhaupt, wenn man so durch Moers schlendert bekommt man den Eindruck, die Stadt besteht vorwiegend aus Cafés, Kneipen und Restaurants. Und der Eindruck trügt nicht. Der typische Moerser will draußen sitzen, gesehen und bewundert werden.

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

2 Kommentare zu “Moers – bunt, fröhlich, entspannend – macht einfach gute Laune

  1. Schön beschrieben: Moers.
    Hin und wieder fahren wir von Oberhausen auch dort gern hin, zum Bummeln, durch den Schlosspark, die kleinen Gassen mit ihren einzigartigen kleinen Geschäften. Das kleine, edle Tabakgeschäft mit seinem Pfeifenangebot wirkt auch auf mich als Nichtraucher als „besonders“. Das große Textilgeschäft „Braun“ führt Kleidung, die man anderswo erst suchen muss. Zur Weihnachtsszeit wird Moers gern wegen des Weihnachtsmarktes besucht. Ja,Moers hat was…
    😉

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  2. Das Modehaus „Braun“ hat schon wat! War Samstag kurz mal drin. Chic, chic. Der kleine Tabakladen führt auch edle Whisky Sorten. So harte „Drogen“ sind jetzt nicht mein Fall, aber ich mag die liebevoll gestalteten Etiketten. Und schau mich deshalb gerne mal in dem Lädchen um. Letztes Jahr war ich mal nach langer Zeit auf dem Weihnachtsmarkt in Oberhausen, CentrO. Und ich war sehr überrascht wie abwechslungsreich er geworden ist. CentrO ist nun nicht meine Welt, aber der Markt schon. Viele Weihnachts-Nippes-Lädchen.

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