Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Quatsch mit Soße und ein heilloses Durcheinander

27 Kommentare

Ich bin krank. Nun, jetzt mag der ein oder andere geneigte Zuhörer sich denken, dass wusste ich schon lange, ist nix Neues: Der ist schon ganz schön krank im Kopp. Da hackt´s aber monströs im Schädel. Der hat schon seit einer Ewigkeit einen Sprung in der Schüssel. Ja, ja… nee, ich meine nee, nee. Also ich meine nicht das Offensichtliche. Sondern ich habe eine Erkältung, so mit allen drum und dran. Und, wie nun mal große Knaben so sind, leiden sie ganz still und leise vor sich hin. Gut, mir bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig. Ist halt niemand da mit dem ich mein teuflisch hartes Schicksal teilen könnte.

Obwohl ich schon davon träume, dass ich mein gequältes, verschnupftes Haupt auf einen warmen, weichen, wohligen Busen einer von mir begehrten Maid betten darf, die dann sanft über mein samtweiches, gewelltes, volles, rotes Helden-Haar streicht und zärtlich leise in mein Ohr haucht: Oh mein ritterlicher Recke. Du bist so unvorstellbar Tapfer in deiner großen, epochalen Not. Noch Generationen werden Heldengesänge über dich verfassen und vortragen. Lass mich mit Wick Vaporup, das heilende Nektar der Götter, deine knabenhafte, kahle, karge, klägliche, kümmerliche Hühnerbrust einreiben… mmmhhh, ich glaube, da war jetzt was falsch in meinem Tagtraum. Aber was? Ich komme noch drauf.

Die Liebe, ach ja. Mein letzter Herzschmerz dauerte nur ein paar Tage. Dann war sie weg. Also nicht die Liebe, sondern die Wohnung. Entrießen aus meinen verlangenden Händen, aus meinem überschwänglichen Herz. Fort, für immer. Möge es in den Räumen spuken, oder wenigstens eine mordlüsterne Puppe irgendwo in den Wänden lauern, aber doch mindestens, das kann ich doch wohl erwarten, ein blutrünstiger Geist, bewaffnet mit unzähligen Küchenmessern, der die Seele des Neubewohners in die höllischen Tiefen hinab zieht. Ich sollte meinen Hang zu Horrorstreifen doch deutlich zügeln. Gut, ich wünsche ihm alles…, nur das Beste. Bin kein nachtragender Typ. Manchmal vergleicht man mich auch gerne mit dem jungen Steve McQueen. Gelassen, cool, wortkarg. Oh, ich liebe es den ganzen Tag Quatsch mit Soße zu erzählen. Nun sollte es aber genug sein. Muss damit kürzer treten. Am 15 März ist Amtsantritt in Köln, da muss ich zusehen… klug… ach, wir werden sehen.

Und wo wir schon bei dem Thema sind, nee nicht Klug oder Arbeit, das ist langweilig, Liebe. Habe den Film „Das Flüstern des Wassers“ gesehen. Geschichte: 08/15, aber dennoch charmant und durchaus witzig erzählt, Bilder: Äußerst beeindruckend. Aber das wollte ich eigentlich auch nicht erzählen. Sondern, Tage später war ich in dem Café „Movies“, direkt neben dem Duisburger Programmkino am Dellplatz. Dort läuft der Film ebenfalls, und klar, Original mit Untertitel, was sonst. Zwei Pärchen, mittleren Alters, neben mir mit am Stehtisch nach ihrem Kinobesuch. Eine der Damen: „Den Film musste man einfach im Original sehen. Dieser feinsinnige Humor.“ Ich stellte mir gerade zwei Pärchen in dem Alter in New York vor. Café, Bar, Stehparty oder sonst wo, „Hast du den neuen Tatort aus Münster gesehen?“ „Ja, aber im Original. Die Deutschen haben so einen feinsinnigen Humor.“ Ob es das gibt? Also nicht den Humor, ich meine so krude New Yorker?

Aber wo wir gerade bei Kino und Film sind. Empfehlen kann ich „Three Billboards“. Mal eine andere Art von Krimi-Story. Mochte ich. Auch wenn ich ihn, Asche auf mein Haupt, in der synchronisierten Fassung gesehen habe.

Mögen. Da schiebe ich doch noch kurz das Thema Arbeit ein. Ich gebe zu jetzt wird’s doch reichlich Durcheinander, irgendwie hektisch. Egal, wat mutt, dat mutt. Liegt an den Hunderten von Anti-Fieberpillen. Man bat mich etwas über Deutschlands, ich meine, zweitgrößte Moschee, die 2008 eröffnet wurde, zu erzählen. So fuhr ich am Donnerstag nach Duisburg-Marxloh und besuchte das „Wunder von Marxloh“ wie sie auch im Volksmund gerne genannt wird, die Merkez Moschee mit ihrem 34 Meter hohen Minarett. Der Vorstand, ein äußerst netter Herr, verabredete sich für jetzt Montag mit mir. Führung, Erklärung, Aufklärung inklusive. Ich freue mich. Total! Muss aber bis dahin die Pillen reduzieren.

Moschee Duisburg Marxloh

Moschee Duisburg Marxloh 4

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

27 Kommentare zu “Quatsch mit Soße und ein heilloses Durcheinander

  1. Na du verschnupfter Ritter. Versuch deine Wunde zu lecken, denk an etwas wunderbares und stell dir vor, das es schlimmer kommen könnte. Also Jack nicht rum. Smile.
    Ritter … Zumindest ich habe damals im Schloss keine kennen gelernt.
    Ein Ehemaliger aus’m Zimmer

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  2. Ach, du schaffst das :o), Steve! ;o) Gute Besserung, herzliche Grüße aus Wien.

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  3. Gute Besserung gewünscht aus dem Hauptdorf.

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  4. Erst einmal schwitzen, Ruhe und Ausschlafen für die Gesundheit und dann ab in die Moschee !
    Herzliche Grüsse

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  5. Gute Besserungswünsche auch von mir…der erst kommt dann wieder von allein…und Duisburg Marxloh ist schon speziell …war vor 2 Jahren da und kam mit meiner deutschen Muttersprache nicht wirklich weiter…
    Lieber Gruss aus Hamburg von Jürgen

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    • Ay, Sorry, dass ich micht jetzt erst zurückmelde. Aber leider schlug die Erkältung voll durch. Jetzt brauch ich ne neue Matratze und einen Rücken.. So wurde leider nix mit Marxloh. Eine Woche der Vorbereitung für nütschts. Naja, vielleicht später. Marxloh, Hochfeld sind eine ganz eigene Welt, führen viele pol. Vorstellungen ins Abseits, und Deutsch ist vierte Fremdsprache. Finde es dennoch recht heiter. Besonders jetzt wo der Lenz zurück kehrt. Viel Arm aus´m Auto-Seitenfenster und Musike. Grüße

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  6. Guuuute Besserung…….und scheiß drauf…mit der Wohnung, mein ich:-))…da kommt noch was:-)) LG Corinna

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  7. Gute Besserung und ich bin sehr gespannt, was du über die Moschee berichtest. Ich kenne sie bisher nur vom Vorbeifahren. Liebe Grüße, Annette

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  8. Mit dem Lenz ist hoffentlich der Winter in Deinen Nasennebenhöhlen verschwunden! Berichte mal aus Marxloh, wenn Du es denn dahin schaffst.
    Arbeitsbeginn in Kölle??? Wirst Du Duisburg untreu? 😉

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  9. Was ist eigentlich das Ziel Deines Besuches der Moschee? Was erhoffst Du Dir konkret?

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    • Ay, der Bundespräsident kam ein paar Tage später nach Marxloh. Ich wollte wissen, was die Leute im Vorfeld darüber dachten. Wie sich später zeigte, das Interesse am Besuch lag fast bei Null.
      Liebe Grüße

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      • Traurig, anstatt, dass sie die Chance wahrnehmen… Aber, wenn Merkel vorher da war und sich seitdem nichts verändert hat, ist das Desinteresse verständlich. Oder liegt es daran, dass keiner versucht hat, die normalen, nicht-organisierten Menschen des STadtteils in den Besuch einzubinden?

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        • Merkel war früher vor Ort und Marxloh und Hochfeld bekamen neue Radwege. Fährt dort nur keiner Rad, man kann aber dort sehr gut den Kinderwagen abstellen. Ansonsten hatte eigentlich keiner Interesse jemanden an irgendetwas zu binden.
          Liebe Grüße

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  10. Ich nehme an, die Erkältung ist inzwischen Geschichte. Alle Achtung, mit einer derartigen Beeinträchtigung eine so genüsslich zu lesende Beschreibung seiner selbst im Ausnamezustand zu verfassen. Frohe Ostern!

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