Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Weihnachten ist gerettet

2 Kommentare

Habe eine unglaubliche Lust dummes Zeug zu schreiben. Nicht, dass ich hier je etwas anderes verzapft hätte. Um Gottes Willen. Und dies ist auch kein: Fishing nach Kompliments. Wie sagte vor Jahren eine Dame so schön direkt zu mir: „Wenn ich tiefgründige, philosophische Gespräche führen möchte, wäre ich nicht mit dir zusammen.“ Wer nun denkt, das hätte mich zutiefst getroffen, den muss ich enttäuschen. Ich persönlich bevorzuge den Ansatz: Der Mensch hat nur zwei wirklich besondere Ereignisse in seinem Leben. Die Geburt und den Tod. Und zu beiden trägt er nichts bei. Die Zeit dazwischen muss er irgendwie totschlagen. Also mache ich mich auch nicht auf die Suche nach dem Sinn oder Unsinn des Lebens. Ich habe es geschenkt bekommen und darüber freue ich mich. Sehr sogar!

Aber den Blödsinn wollte ich ja gar nicht erzählen. Eigentlich vielmehr über: Lebensunterhalt.

Dummerweise hat mein Vadda es in seinem „Arbeitsleben“ versäumt so richtig stinkereich zu werden, und ich somit wohl verdientermaßen sein Vermögen nicht an der Cȏte d´Azur auf´n Kopf hauen kann, sondern leider selber ran muss. Ich meine schon, dass mir ein Leben in St. Tropez mit Pernod, schönen Frauen und Segeljacht gut zu Gesicht stehen würde. Ich sag doch, ich habe Lust auf dummes Zeug. Obwohl ich gestehen muss, mit 18 Jahren habe ich einen Segelschein gemacht – vorsichtshalber. In der absoluten Hoffnung mein alter Herr bringt es doch noch zu was. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Heute ist er weit über 80 und ich gehe jetzt davon aus, dass es wohl nichts mehr wird mit gigantische Summen auf seinem/meinem Konto. Auch bekomme ich ihn nicht dazu überredet einen Job anzunehmen. Mist. Dachte immer, Eltern müssten sich um ihre Kinder kümmern, egal wie alt der Bub nun ist. Falsch gedacht.

Da ich es leider aus einem mir unerfindlichen Grund, kann nur an den Genen liegen, selbst nicht gebacken bekommen habe unendliche Reichtümer anzuhäufen, und somit die Damenwelt in St. Tropez immer noch ganz verzweifelt auf mich wartet, wovon ich jetzt einfachheitshalber mal ausgehe, bin ich leidlich dazu gezwungen morgens selber aufzustehen, was mir sonntagmittags erstaunlich gut gelingt, für die restlichen, unnützen Tage lege ich mal lieber „die Decke“ des Schweigens drüber.

Wo waren wir eigentlich? Jap: Lebensunterhalt. Noch geht´s damit. Aber ich schau mal so um mich. Und dabei entdeckte ich die Möglichkeit einer Weiterbildung. Kann mir alten, rückständigen Knochen auf jeden Fall nicht schaden. Also ab zu so einer Akademie, die mir eine glorreiche Zukunft verspricht, mir nur Hundert Jahresgehälter kosten würde, aber dafür bekomme ich ein Buch geschenkt und natürlich ganz ultrawichtig, ein Zertifikat, was mich unweigerlich an Loriot und an sein Jodel-Diplom erinnerte: „Da hab ich was eigenes.“ Überlegte kurz, bevor ich dorthin fahre, ob ich mit einer großen Flasche Jägermeister all die bösen Gedanken und Geister vertreiben könnte, entschied mich aber dafür, wenigstens bei dem Beratungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen, da man, was ich witzig finde, als Selbstlöhner auch eine ordentliche Bewerbung auf so ein Gratisbuch einreichen muss und ich erst einmal davon ausgehe, dass meine schriftlichen Unterlagen den Anforderungen nicht entsprechen werden, da ich auch in diesem Punkt keinen blassen Schimmer habe. So betrat ich den Raum und sah in das verlebte Gesicht einer mittelalten Dame, die eindeutig ihre Jugend und mehr in St. Tropez verlor, dann später von der Segeljacht und somit auch aus der Kajüte des „Frischfleischliebhabers“ flog, um letztendlich missgelaunt hier zu landen. Notiz am Rande: Immer ein Flachmann in der Hosentasche haben. (Bevor sich einer aufregt. Habe 15 Jahre ehrenamtlich in der Suchtberatung ausgeholfen.)

Jetzt habe ich ganz vergessen zu erzählen, was für eine Urkunde ich anstrebe: Was mit Online. Die faltige Dame erklärte mir in nur 4 Wochen wäre ich endlich ein vielgefragter Mann, da ich nur bei ihnen lernen würde wie man: sich bei Xing unwiderstehlich macht, die Welt mit seinen Twitter Fähigkeiten in wahre Verzückung versetzt, ein Facebook Auftritt hinlegt, dass nicht mal Zuckermann wusste, dass das alles seine Plattform hergibt und natürlich, ganz klar, ohne dem hört die Welt auf sich zu drehen: Bloggen. Ob ich mal davon gehört hätte? So am Rande, fiel mir nur ein. Und nach vier Wochen könnte ich dann meinem Geld hinterher jodeln.

Zu Hause rief ich meine Schwester in Basel an und warnte sie schon mal vor: Ich komme Weihnachten, habe Geld gespart.

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Autor: rejekblog

Ich bin 1964 in Duisburg geboren und lebe fast die ganze Zeit im Ruhrpott. In meinem Blog möchte ich gerne etwas über den Ruhrpott erzählen und was hier so los ist. Und natürlich, was so in meinem Kopf los ist. Nicht viel, ich gebe es zu.

2 Kommentare zu “Weihnachten ist gerettet

  1. So einfach ist das mit dem Geld sparen. Werde ich auch einmal versuchen.
    Die Idee zu Weihnachten nach Basel und das Gesparte ausgeben ist toll.
    Herzliche Grüße
    schreibteufelblog

    Gefällt 1 Person

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